23.04.2019 08:40
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Milchpreise nicht kostendeckend
Die deutschen Milchbauern müssen weiterhin ohne kostendeckende Erlöse arbeiten. Darauf hat am vergangene Woche die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board aufmerksam gemacht und auf entsprechende Berechnungen des Büros für Agrarsoziologie& Landwirtschaft (BAL) verwiesen.

Demnach lagen im Januar 2019 die durchschnittlichen Produktionskosten für ein Kilogramm Milch im Bundesgebiet bei 42,78 Cent (48.9 Rp.), während sich der mittlere Milcherzeugerpreis nur auf 35,15 Cent/kg (40.2 Rp.) belief.

Zur Vollkostendeckung fehlten den Milchbauern somit 7,63 Cent/kg (8.70 Rp.) und die Preis-Kosten-Ratio lag bei 82%. Im Vergleich zur vorherigen Quartalsberechnung im Oktober 2018 hat die Unterdeckung von 15% auf 18% zugenommen. Das lag laut MEG Milch Board daran, dass einem geringfügigen Kostenrückgang eine grössere Milchpreissenkung gegenüberstand. Das traf vor allem die Bauern im Norden und Osten Deutschlands, wo die Milchauszahlungspreise je Kilogramm innerhalb eines Quartals um 2,03 Cent beziehungsweise um 1,26 Cent nachgaben und dort zu einer Verschlechterung der Preis-Kosten-Relation sowie der Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung führten.

Der MEG Milch Board zufolge fiel nach dem Hitzesommer die Milchanlieferung im letzten Quartal 2018 unter die Vorjahreslinie, und die Kuhbestände sanken auf einen neuen Tiefststand. Die Milchpreise erholten sich infolgedessen bis Dezember 2018 kontinuierlich, gaben dann im Januar aber geringfügig nach und bewegten sich seitdem seitwärts. „Wenn wir als Milchbauern in der aktuellen Situation die Mengenkarte in den Preisverhandlungen spielen könnten, dann würde ich jetzt auf steigende Milchpreise setzen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der MEG Milch Board, Peter Guhl.

Ohne Preis- und Lieferverträge könne aber die Branche saisonbedingt mit steigenden Mengen rechnen und den Druck voll an die Milchbauern weitergeben, wie das eigentlich jedes Jahr der Fall sei. Guhl wies in diesem Zusammenhang nochmals auf die Bedeutung des Artikels 148 der Gemeinsamen europäischen Marktordnung (GMO) hin, der einem EU-Mitgliedstaat die Möglichkeit zu einer verpflichtenden Einrichtung solcher Lieferverträge einräume.

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