12.02.2019 18:30
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Milchmarkt
Milchverarbeiter ziehen zu viel ab
Laut Schweizer Bauernverband (SBV) und Schweizer Milchproduzenten (SMP) ziehen gewisse Milchverarbeiter im Rahmen der Schoggigesetz-Nachfolge zu viel Geld ab. Dies sei inakzeptabel.

Bereits im Vorfeld habe der SBV dezidiert darauf hingewiesen, dass die Abzüge effektiv maximal 4,5 Rappen pro Kilo Milch betragen dürften, heisst es in einer Medienmitteilung. Nun zeige sich aber, dass gewisse Abnehmer die Neuerung dafür nutzten, um die eigenen Kosten zu finanzieren und deutlich mehr abzögen. Für den SBV-Vorstand sei dies inakzeptabel. Er fordert die Produzenten und ihre Vermarktungsorganisationen dazu auf, die Milch in bessere Kanäle zu leiten.

Die Schoggigesetz-Nachfolge

Neu entrichtet der Bund 94,6 Mio. Franken direkt an Verkehrsmilch-Produzenten in Form einer Zulage. Bei der Milch sind es 4,5 Rp. pro kg. Die Bauern haben aber nichts von der Zulage, denn diese wird ihnen von den Abnehmern wieder auf der Milchgeld-Abrechnung abgezogen. 

Stattdessen werden mit der Zulage zwei Fonds der BOM alimentiert. Der eine Fonds, der mit jährlich 60 Mio. Fr. (80% der Mittel) gespiesen wird, dient der Rohstoffverbilligung analog des heutigen Schoggigesetzes. Allerdings erhalten Verarbeiter weniger Geld pro kg exportiertes Nahrungsmittel als heute. 

Der andere Fonds, in den jährlich rund 16 Mio. Franken fliessen (20% der Mittel), soll für den Export überschüssiger Butter eingesetzt werden. Neu will die BOM auch Produkte wie Joghurts und Dessertprodukte im Export unterstützen, die bislang nicht von Schoggigesetz-Geldern profitiert haben. Damit sollen Innovationen und der Aufbau neuer Märkte gefördert werden. Die Nachfolge-Lösung war nötig geworden, weil die WTO staatliche Ausfuhr-Beiträge ab 2020 nicht mehr akzeptiert.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE