16.07.2017 16:37
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Preisanstieg für Milchbauern dringend notwendig
Die Milcherzeugerpreise in Nordrhein-Westfalen befinden sich in einem klaren Aufwärtstrend und werden in den nächsten Monaten weiter anziehen. Diesen für die Erzeuger positiven Ausblick hat der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, Rudolf Schmidt, bei der Halbjahrespressekonferenz gegeben.

Laut Schmidt lag der mittlere Auszahlungspreis der nordrhein-westfälischen Molkereien für Milch mit 4,0% Fett und 3,4% Eiweiss von Januar bis April 2017 bei 32,61 Cent/kg (35.9 Rp.) und damit rund 25 % über dem niedrigen Vorjahresniveau. Für das Gesamtjahr erwartet der Experte einen Durchschnittspreis von etwa 35 Cent/kg (38.5 Rp.).

Rückläufige Milchanlieferung


Nach zwei wirtschaftlich katastrophalen Jahren sei der Anstieg der Milcherzeugerpreise auch „dringend notwendig“, um die entstandenen finanziellen Einbussen der Milchbauern einigermassen auszugleichen, betonte Schmidt. Welche Auswirkungen die wirtschaftlich schwierige Lage für die Bauern gehabt habe, lasse sich in Nordrhein-Westfalen am Rückgang der Milchkuhhalter um zuletzt 8% auf 5'949 Betriebe innerhalb nur eines Jahres ablesen.

Die Milchanlieferung war laut Schmidt im ersten Jahresdrittel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2,8% rückläufig, in Deutschland sogar um 4,3%. Ausschlaggebend für den Preisanstieg sei aber auch der Aufschwung am internationalen Markt gewesen, wobei die bessere Nachfrage vor allem am Fettmarkt eine Verknappung und einen historischen, mittlerweile „ungesunden“ Preisanstieg bei Butter bewirkt habe.

Hoher Butterpreis

In den ersten vier Monaten 2017 habe der mittlere Butterpreis im Einzelhandel mit 1,28 Euro gut 40% über dem Vorjahresniveau gelegen, und der Absatz sei um 7,6% gesunken, berichtete der Geschäftsführer weiter. Mittlerweile koste das Butterpäckchen im Discount mit 1,79 Euro (1.97 Fr.) noch viel mehr.  Die Erfahrungen der Vergangenheit hätten jedoch gelehrt, dass nachhaltige Preisverbesserungen mittelfristig für die Milchbauern von höherem Nutzen seien als kurzfristige Preissprünge, so Schmidt.

Denn bei zu starken Verteuerungen würden sich Konsumenten, Industrie und Lebensmittelhandel alternativen Produkten zuwenden. Nach Angaben der Landesvereinigung war auch der Absatz anderer Molkereiprodukte wie Konsummilch, Joghurt oder Rahm rückläufig, nicht jedoch bei Biotrinkmilch. Dort legte der Absatz gegenüber der Vorjahresperiode um 12,5% zu. 

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