25.07.2018 19:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Produktionskosten nicht gedeckt
Das Verhältnis von Kosten und Erlösen der Milchviehbetriebe in Deutschland hat sich im Frühjahr 2018 spürbar verschlechtert.

Wie die Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Milch Board vergangene Woch mitteilte, standen nach Berechnungen des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) im April durchschnittlichen Produktionskosten von 42,70 Cent (50 Rp./kg) je Kilogramm Milch Erzeugerpreise von lediglich 33,42 Cent/kg (39 Rp./kg) im Bundesmittel gegenüber.

Danach haben den Milchbauern im Schnitt 9,28 Cent/kg (11 Rp./kg) Milch zur Vollkostendeckung gefehlt. Zudem habe sich die Preis-Kosten-Ratio innerhalb eines Quartals um 10 Prozentpunkte von 88% auf 78% verschlechtert. Somit sei mehr als ein Fünftel der Produktionskosten nicht gedeckt, kritisierte die MEG.

Die Milcherzeuger würden regelrecht in die Zange genommen, denn von Januar bis April seien die Produktionskosten im landesweiten Mittel um gut 1 Cent/kg (knapp 1 Rp./kg) Milch gestiegen, während gleichzeitig der Milchpreis um 3,3 Cent/kg (3.8 Rp./kg) gefallen sei. Im Norden sei die Entwicklung für die Milchbauern noch ungünstiger gewesen, denn dort errechne sich aus der Gegenüberstellung von Kosten und Milchpreis eine Unterdeckung von 26 %.

Das Vorstandsmitglied des European Milk Board, Johannes Pfaller, warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Situation. „Wir befürchten, dass die Produktionskosten in den nächsten Wochen weiter steigen werden, da aufgrund der Trockenperioden in weiten Teilen Europas Futtermittel zugekauft werden müssen“, so Pfaller.

Die Milcherzeuger bräuchten jetzt steigende Preise und ein Krisenmanagement, um den Markt abzufedern. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist der Erzeugerpreis für eine Standardkuhmilch im Mai 2018 allerdings nur knapp stabil geblieben.

Laut Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) lag der durchschnittliche Auszahlungspreis für eine Milch mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiwess im Bundesmittel bei 32,15 Cent/kg (37 Rp./kg); das waren 0,07 Cent/kg (0.08 Rp./kg) weniger als im Vormonat. Marktexperten gehen jedoch davon aus, dass sich die Preise bei rückläufigen Anlieferungsmengen in den nächsten Monaten wieder erholen werden.

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