20.08.2020 10:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Richtpreis stabil – Butter ankurbeln
Der Richtpreis für Molkereimilch im A-Segment bleibt auch im 4. Quartal bei 71 Rappen je Kilo. Die Branchenorganisation Milch (BOM) will die Wettbewerbsfähigkeit von Milch, die zu Butter und Proteinpulver verarbeitet wird, stärken.

Eine Richtpreiserhöhung stand nicht zur Debatte. Dies geht aus einer Mitteilung der BOM hervor. «Den Entscheid, den A-Richtpreis im 4. Quartal 2020 bei 71 Rp./kg zu belassen, war unbestritten», heisst es im Communiqué. In den 71 Rp. sind sowohl die seit dem 1. Januar 2019 vom Bund direkt mit der Milchproduktion verknüpfte Milchzulage von 4,5 Rp. pro kg als auch der am 1. September 2019 eingeführte Nachhaltigkeitszuschlag von 3 Rp./kg eingeschlossen.

Der A-Richtpreis lag bis August 2019 bei 68 Rappen, auf September 2019 wurde dieser auf 71 Rappen erhöht. Dies ist auf den Nachhaltigkeitszuschlag des neuen Branchenstandard «Nachhaltige Schweizer Milch» zurückzuführen. Zuvor verharrte der A-Richtpreis für industriell verarbeitete Molkereimilch seit Oktober 2017 bei 68 Rp./kg franko Rampe.

Fonds Rohstoffverbilligung stärken

In den vergangenen Wochen hat der Buttermangel und die daraus folgenden Butterimporte für viele Diskussionen geführt. Die Branchenorganisation Milch will hier Massnahmen ergreifen, um die Schweizer Butterproduktion anzukurbeln.

Dazu sollen an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung Anpassungen in den Fondsreglementen vorgenommen werden. Die Fonds Rohstoffverbilligung und Regulierung sind seit dem 1. Januar 2019 in Kraft. Sie regeln die Exportbeiträge für Nahrungsmittelhersteller mit Milchbestandteilen (Nachfolgelösung Schoggigesetz) und den Butterexport in einer Überschusssituation.

Der Vorstand der BOM schlägt vor, ab 2021 die derzeit nicht eingezogenen 20% der Milchzulage (0.9 Rp./kg Milch) dem Fonds Rohstoffverbilligung zufliessen zu lassen. Hierbei handelt es sich um eine Gesamtsumme von rund 14 Millionen Franken. 

Höherer Preis für Milch für Butterproduktion

Die 14 Millionen sollen hälftig in die «Hauptbox» und in die neu geschaffene Box «Proteinpulver» fliessen. Während einer Übergangsphase von rund einem halben Jahr werden diese Massnahmen mit den bisher nicht genutzten Mitteln aus dem Fonds Regulierung finanziert.

«Damit stehen einerseits mehr Mittel für die Rohstoffverbilligung zur Verfügung und andererseits soll eine neue Stützung für Milcheiweissexporte eingeführt werden», schreibt die BOM. Ziel dieser Umlagerung ist es, dass für Milch, die zu Butter und Proteinpulver verarbeitet wird, ein höherer Preis bezahlt werden kann.

«Der Vorstand erwartet, dass dank diesen Anpassungen in Zukunft wieder mehr Milch in diesen Kanal fliessen und die inländische Butterproduktion ansteigen wird», heisst es weiter. Zudem soll bei einer Butterunterversorgung die Bewertung von Fett leicht zu Gunsten von Milchprotein verschoben werden. Der Entscheid, ob die Anträge angenommen werden, fällt am 30. September 2020.

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