23.05.2019 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Richtpreis steigt wegen Standard
Der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) hat am Mittwoch einer Erhöhung des Richtpreises für Molkereimilch im A-Segment ab September zugestimmt. Die Erhöhung beträgt 3 Rappen. Dies entspricht dem Zuschlag für den Standard «Nachhaltige Schweizer Milch», der ab dem 1. September eingeführt wird.

Der Preis bleibt für die zwei Monate Juli und August stabil bei 68 Rappen, im September steigt er auf 71 Rappen. Der A-Richtpreis für industriell verarbeitete Molkereimilch liegt seit Oktober 2017 bei 68 Rp./kg franko Rampe. 

«Aufgrund der stabilen Marktlage bleibt der Richtpreis in den ersten zwei Monaten des dritten Quartals 2019 unverändert bei 68 Rappen pro kg Milch», teilt die Branchenorganisation mit. Die Erhöhung ab September wird mit dem neuen Branchenstandard «Nachhaltige Schweizer Milch» sowie der prospektiven Markteinschätzung begründet.

Ab 1. September 2019 gibt es 3 Rp./kg Nachhaltigkeitszuschlag auf der Molkereimilch im A-Segment. Dazu zählt per Definition die nicht verkäste Milch Inland im A-Segment und die verkäste Silomilch im A-Segment.Wer als Milchbauer den Nachhaltigkeitszuschlag erhalten möchte, muss 12 Grundanforderungen (-> siehe Grafik unten) erfüllen. Ziel ist es, dass nach einer Übergangsfrist von 4 Jahren sämtliche Schweizer Milch nach strengeren Kriterien produziert und verarbeitet wird. 

In der Schweiz gibt es immer weniger Milchbauern. Und es wird immer weniger Milch produziert. Die sinkenden Tierbestände und die tiefen Produzentenpreise dürften sich auf die Erzeugung ausgewirkt haben. Seit August 2018 sind die Einlieferungen im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Im Januar hat sich die Produktion mit -5 Prozent massiv zurückgebildet. Im Februar (-3,8%) und März hat sich das Minus zurückgebildet.

In den kommenden Monaten dürfte sich keine Trendumkehr einstellen, die Prognosen weisen auf einen weiteren Rückgang hin. Für den April 2019 geht die Prognose von Dbmilch.ch von einem Minus von 0.8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus. Der Produktionstrend von BO Butter für den Mai 2019 weist auf eine abnehmende Erzeugung hin.

Diese Mehrwerte des «Grünen Teppichs» entstehen primär auf den Betrieben. Der Vorstand der Branchenorganisation Milch hat beschlossen, dass diese Mehraufwände ab dem 1. September 2019 abgegolten werden. Der Zuschlag für die Bauern soll nun neu 3 statt 2 Rappen pro Kilo betragen, aber nur noch auf A-Milch. Noch im vergangenen Herbst wurde ein Zuschlag auf der gesamten Molkereimilch vorgeschlagen. Warum nun diese Änderung? «Wir haben festgestellt, dass wir den Zuschlag auf B- und C-Milch am Markt nicht lösen können», sagte BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler am 9. April 2019 zu schweizerbauer.ch. Die nun vorgeschlagene Lösung erachtet er deshalb als «realistischer». In der Schweiz werden pro Jahr rund 3,4 Milliarden Kilo Milch produziert, 2,4 Milliarden davon sind Molkereimilch.

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