6.07.2014 06:32
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchpreis
Rohstoffwert der Milch sinkt nicht mehr
Die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben sich zuletzt wieder etwas verbessert und den seit Jahresanfang verzeichneten Verfall des Rohstoffwertes der Milch gestoppt.

Wie aus aktuellen Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett- und 3,4 % Eiweißgehalt im Juni 2014 bei 36,9 Cent. Im Vergleich zum Mai erhöhte sich der kalkulierte Milchwert um 0,5 Cent/kg oder um 1,4 %; das war der erste Anstieg im Kalenderjahr 2014. Das Niveau von Juni 2013 wurde allerdings deutlich verfehlt, und zwar um 6,2 Cent/kg beziehungsweise um 14,4 %.

Verantwortlich für die jüngste Befestigung des Rohstoffwertes war vor allem der Anstieg der Notierungen am Pulvermarkt. Den Kieler Marktanalysten zufolge erhöhte sich der Preis für 100 kg Magermilchpulver von Mai auf Juni um 5,00 Euro oder 1,8 % auf 275,90 Euro. Der daraus abgeleitete „Nichtfettwert“ je Kilogramm Rohmilch nahm dadurch gegenüber dem Vormonat um 0,5 Cent/kg auf 23,4 Cent/kg zu. Keinen großen Effekt hatte hingegen der schwache Preisanstieg am Fettmarkt: Die durchschnittliche Butternotierung belief sich im Juni auf 345,30 Euro/100kg; das waren lediglich 1,20 Euro oder 0,3 % mehr als im Vormonat. Die Verwertung der eingesetzten Rohmilch über die Buttererzeugung blieb deshalb mit einem Fettwert von 14,9 Cent/kg gegenüber dem Vormonat unverändert.

Beide Wertkomponenten zusammengenommen belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im Juni auf 38,3 Cent/kg; nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe theoretisch einen Wert von 36,9 Cent/kg. Das ife wies jedoch darauf hin, dass der Rohstoffwert in der Regel nicht dem Auszahlungspreis einer Molkerei entspreche, da beispielsweise Käse und Frischmilchprodukte nicht in der Kalkulation enthalten seien und zudem längerfristige Lieferkontrakte mit festen Preisvereinbarungen zwischen Herstellern und Abnehmern unberücksichtigt blieben.

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