30.07.2013 18:31
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
Sals: BLW will Liberalisierung des Milchmarkts
Bei der Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor Sals-Schweiz schrillen die Alarmglocken. Sie gibt sich sehr besorgt über die geplanten Liberalisierungstendenzen in der Milchbranche. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) führte Umfragen durch, aber ohne die Kritiker wie die Sals zu befragen.

Seit einiger Zeit wird in der Milchbranche, aber auch im Parlament, über die Öffnung der Weissen Linie diskutiert. So fordern einige Involvierte, dass nach dem Käsemarkt auch jener für Trinkmilch, Joghurt, Milchprodukte oder Rahm - die Weisse Linie - geöffnet wird. Auch nahm das Parlament im Frühjahr eine Motion „Milchmarkt“ an, die eine Prüfung einer vollständigen Öffnung der Weissen Linie fordert. Die Ergebnisse dürften kommenden Winter auf dem Tisch liegen.

Das stösst der Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor Sals sauer auf. „Der Bericht wird kaum für Überraschungen sorgen, wiederholt doch das BLW unablässig, dass das Heil der Schweizer Landwirtschaft in der vollständigen Liberalisierung der Märkte liegt, so zum Beispiel im Abschluss eines Agrarfreihandelsabkommens mit der Europäischen Union“, schreibt die Sals am Dienstag in einem Communiqué. Als umso störender empfindet es deshalb die Sals, dass eine vom BLW durchgeführte Umfrage sich nur an ein ausgewähltes Publikum richte. Kritiker einer Öffnung wie die Sals seien nicht konsultiert worden.

Die Sals stellt sich kalr gegen eine Öffnung der Weissen Linie. Die Schweiz stehe unter keinem internationalen Druck. Zudem habe die Öffnung der Gelben Linie (Käse) gezeigt, dass dies bei den Schweizer Produzenten nur zu einem Preisdruck infolge gestiegener Importe geführt habe. Die hiesigen Produkte hätten Marktanteile verloren, die Konsumenten aber nicht von tieferen Preisen profitiert.

Schwierige Zeiten erwartet die Sals auch durch die schrittweise Abschaffung der Milchkontingentierung ab dem 1. April 2015 in der Europäischen Union. Dies werde zu chaotischen Verhältnissen und Preisdruck wie in der Schweiz führen. Die Produzentenorganisationen im Ausland seien ob der Vorkommnisse in der Schweiz besorgt. „Aus diesem Grund ist der Zeitpunkt wirklich nicht gut gewählt, um den Schweizer Markt für Milchprodukte aus der Europäischen Union zu öffnen“, hält die Sals fest.

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