22.03.2015 08:39
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Buttermarkt
«Schweizer Butterhersteller sind ineffizient»
Der Basler SP-Nationalrat Beat Jans wirft den grossen Schweizer Milchverarbeitern, insbesondere der marktbeherrschenden Emmi, vor, bei der Milchfettverarbeitung, also der Produktion von Butter und Ähnlichem, mit überhöhten Margen zu arbeiten.

«Die Schweizer Butterhersteller sind ineffizient und nützen die mangelnde Wettbewerbssituation schamlos aus», klagt Jans in einem Artikel der «Sonntags Zeitung». Den Beleg dafür findet er im Vergleich der Schweizer Margen im Buttermarkt mit den europäischen.

Gemäss den Statistiken des Bundesamts für Landwirtschaft haben die Butterhersteller im letzten Jahr einen Einstandspreis von 10.40 Franken pro Kilogramm Milchfett bezahlt. Das ergibt einen Rohstoffpreis von 8.50 Franken für das Kilo Butter. Dieses wurde dann Ende letzten Jahres für fast 11 Franken an die Detailhändler verkauft. Das ergibt für die Butterhersteller eine Marge von gegen 2.50 Franken pro Kilo oder 22 Prozent.

Für die EU wird diese Marge vom Kieler Institut für Ernährungswirtschaft mit etwa 26 Eurocent angegeben. Das wäre ein Zehntel der Schweizer Marge. In der Kieler Statistik ist allerdings der Transport nicht eingerechnet. Gemäss Branchenkennern bleibt die Butterherstellung in der EU selbst unter Einrechnung der Transportkosten noch rund fünfmal günstiger als in der Schweiz.

Für Jans lassen die Berechnungen nur zwei Schlüsse zu: «Entweder verdienen sich die Butterproduzenten eine goldene Nase mit überhöhten Butterpreisen und Preisdrückerei gegenüber den ­Bauern, oder die Preisangaben, welche die Hersteller beim Bund machen, sind nicht korrekt und dienen wohl dazu, höhere Subventionen aus dem Schoggigesetz zu erschleichen.»

Emmi widerspricht: Die Vorwürfe seien aufgrund der Faktenlage nicht nachvollziehbar. «Die zentrale Behauptung zu den Verarbeitungsmargen ist schlicht und einfach falsch», sagt Emmi-Sprecherin Sibylle Umiker gegenüber der «Sonntags Zeitung», «und dies, obwohl Emmi die Berechnungen von Nationalrat Jans auf seinen Wunsch hin geprüft und ihn auf zahlreiche Fehler hingewiesen hat.» Ein Insider eines anderen Milchverarbeiters bezeichnet die Berechnungen des Nationalrats dagegen als «nachvollziehbar und richtig».

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