24.09.2015 15:24
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Milchmarkt
SMP fordern besseren Milchpreis
Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) fordern die Verarbeiter auf, den Milchpreis unverzüglich auf ein höheres Niveau zu hieven. Indikatoren wie ein schwächerer Franken oder tiefere Milcheinlieferungen würden ein solches Vorgehen rechtfertigen. Die Organisation ist zudem besorgt über die Zukunft des Schoggigesetzes.

Am Donnerstag tagte der Vorstand des SMP. Die Mitglieder befassten sich unter anderem mit der schwierigen Lage auf dem Milchmarkt sowie dem Schoggigesetz. Die SMP erwarten von den Verarbeitern ein deutliches Zeichen und ein Bekenntnis zugunsten der Milchbauern. Sie fordern höhere Preise für die Produzenten. Dies aus folgenden Gründen:

- Der Schweizer Franken hat sich seit Mitte Januar (1 Euro/CHF) deutlich abgeschwächt. Vor allem im August wertete sich der Euro deutlich auf. „Der Wechselkurses scheint sich um die 1.10 Euro/CHF einzupendeln“, halten die SMP am Donnerstag in einem Communiqué fest. Am Donnerstagnachmittag lag der Kurs bei 1.093 Euro/CHF.

- Die Milcheinlieferungen sei 2015 deutlich zurückgegangen, schreiben die SMP weiter. Die kumulierte Milchproduktion in den ersten sieben Monaten dieses Jahres liegt um 2,3 Prozent oder 49‘714 Tonnen tiefer als in der Vorjahresperiode. Bis Ende Juli 2015 wurden gemäss TSM 2‘070‘218 Tonnen Milch erzeugt. Von Januar 2014 bis Juli 2014 lag die Produktion bei 2‘119‘932 Tonnen.

- Die Preise an der Handelsplattform Global Dairy Trade, einem wichtigen Indikator für die künftige Preisentwicklung, sei seit dem Tiefpunkt von Anfang August deutlich angestiegen, halten die SMP fest. Der dritte deutliche Anstieg in Folge liess den Preisindex seit Anfang August in der Tat um 48% nach oben klettern. Er liegt aber im Vergleich zum langfristigen Mittel immer noch auf einem stark unterdurchschnittlichen Niveau. Massgeblich für die zuletzt sprunghaften Kursaufschläge dürfte auch das kleinere Angebot an der GDT gewesen sein.

Die SMP fordern aus diesen Gründen nun von den Verarbeitern ein Bekenntnis zur nachhaltigen und langfristigen Sicherung des Milchplatzes Schweiz.

Besorgt zeigt sich die Organisation über die Zukunft des Schoggigesetzes. „Offenbar ist beabsichtigt, einen der wichtigen noch verbliebenen Pfeiler der Schweizer Milchmarktordnung im Rahmen der laufenden WTO-Verhandlungen zu opfern“, heisst es weiter. Die SMP erwartet nun vom Bundesrat, eine einseitige Preisgabe dieses Instruments ohne entsprechenden Gegenwert die Schweiz zu verhindern.

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