15.07.2020 18:29
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Milchmarkt
SMP gegen weitere Butterimporte
In der Branchenorganisation Milch (BOM) gibt es Uneinigkeit bezüglich weiterer Buttereinfuhren. Die Schweizer Milchproduzenten lehnen weitere Importgesuche vorerst ab. Sie erwarten von der Branche ein Preissignal.

In der Schweiz gibt es gemäss der Branche zu wenig Butter. Deshalb hat sich die Branche im Frühling auf den Import von 1000 Tonnen ab 1. Juli geeinigt. 

Fettpreis wurde angehoben

«Wir haben uns letztlich mit der geforderten Menge einverstanden erklärt. Aber nur unter der Bedingung, dass das Geld, das durch den höheren Butterpreis zusammenkommt, an die Produzenten fliesst», sagte Sprecher Reto Burkhardt von den Schweizer Milchproduzenten kürzlich.

Die Branchenorganisation Butter (BOB) hat den Butterpreis im Detailhandel um 50 Rappen anzuheben. Das heisst für die Milchproduzenten, die Milch für die Butterherstellung liefern, 0,6 bis 1 Rappen pro Kilogramm Milch mehr. Durch diese Mehreinnahmen fallen rund 18,5 Mio. Fr. an, welche – so die Vereinbarung in der BOM – zu den Produzenten weiterfliessen sollen. Doch höhere Abzüge haben diese Erhöhung bereits wieder zunichte gemacht.

Weitere 2000 Tonnen Importbutter gefordert

Und nun sollen weitere Importe folgen. Gegenüber dem Landwirtschaftliche Informationsdienst sagte BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler vor zwei Wochen: «Die 1000 Tonnen Importbutter werden nicht ausreichen. Wir sind jedenfalls bereits in der Vorbereitung weiterer Gesuche an das Bundesamt für Landwirtschaft.» Die Butterhersteller gehen für 2020 von einem Gesamt-Manko an inländischer Butter von 3‘200 Tonnen aus.

In der BOM herrscht aber bezüglich Importe Uneinigkeit, wie aus einer Mitteilung der SMP hervorgeht: «Die Milchproduzenten-Vertreter in der BOM wurden in den letzten Wochen im Rahmen verschiedener Branchen-Diskussionen mit einem Gesuch zur Freigabe von weiteren 2‘000 Tonnen Import-Butter konfrontiert.» Im laufenden Jahr würden bereits 2‘000 Tonnen bewilligte Importbutter für die inländische Marktversorgung zur Verfügung stehen, halten die SMP fest. 

Für die Schweizer Milchproduzenten hat die Versorgung des Inlandmarktes, insbesondere des Schweizer Detailhandels, Priorität. «Der aktuelle Mangel an Milchfett ist für die Produzenten die logische Begründung, die Milchfettpreise auch ausserhalb der Butter anzuheben», heisst es in der Mitteilung weiter. In der Schweiz werden pro Jahr rund 43'000 Tonnen Butter verkauft.

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