19.03.2019 17:05
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Milchmarkt
SMP kritisieren Milchverarbeiter
Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten ist zufrieden mit der administrativen Umsetzung der Schoggigesetz-Nachfolge, aber enttäuscht von der Verkaufsleistung der Verarbeiter. Die Milchproduzenten erwarten Korrekturen.

Aktuell haben über 18'500 Milchproduzenten die neue Verkehrsmilchzulage von 4,5 Rappen pro Kilo Milch beim Bund beantragt und für Januar 2019 erhalten, wie die SMP in einer Medienmitteilung schreiben. Die beiden Fonds zur Regulierung und zur Rohstoffverbilligung sind eingerichtet. Der Verband zeigt sich erfreut, dass der administrative Teil der Nachfolgelösung zum Schoggigesetz auf Anhieb gut und planmässig funktioniert.

Unzufrieden ist der SMP-Vorstand mit der Verkaufsleistung der Milchverarbeiter in den Kanälen der Lebensmittelindustrie. Angesichts der aktuellen Marktlage und der beschlossenen Nachfolgeregelung zum Schoggigesetz werde das Marktpotenzial offensichtlich bei weitem nicht ausgeschöpft, heisst es in der Mitteilung.

Dies führe zu höheren schmerzhaften vertikalen Abzügen im Milchverkauf bei den Produzentenorganisationen und den Milchproduzenten. Die SMP erwarten deutliche Korrekturen und stellen sich die Frage, ob die Verkaufsstrukturen in diesem Segment optimal ausgestaltet sind.

Die Schoggigesetz-Nachfolge

Neu entrichtet der Bund 94,6 Mio. Franken direkt an Verkehrsmilch-Produzenten in Form einer Zulage. Bei der Milch sind es 4,5 Rp. pro kg. Die Bauern haben aber nichts von der Zulage, denn diese wird ihnen von den Abnehmern wieder auf der Milchgeld-Abrechnung abgezogen.

Stattdessen werden mit der Zulage zwei Fonds der BOM alimentiert. Der eine Fonds, der mit jährlich 60 Mio. Fr. (80% der Mittel) gespiesen wird, dient der Rohstoffverbilligung analog des heutigen Schoggigesetzes. Allerdings erhalten Verarbeiter weniger Geld pro kg exportiertes Nahrungsmittel als heute.

Der andere Fonds, in den jährlich rund 16 Mio. Franken fliessen (20% der Mittel), soll für den Export überschüssiger Butter eingesetzt werden. Neu will die BOM auch Produkte wie Joghurts und Dessertprodukte im Export unterstützen, die bislang nicht von Schoggigesetz-Geldern profitiert haben. Damit sollen Innovationen und der Aufbau neuer Märkte gefördert werden. Die Nachfolge-Lösung war nötig geworden, weil die WTO staatliche Ausfuhr-Beiträge ab 2020 nicht mehr akzeptiert.

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