3.04.2013 06:37
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
SMP
SMP-Präsidium - Glauser und Staub sind im Gespräch
Zunächst war Hanspeter Kern einziger Kandidat auf weiter Flur als Nachfolger von Peter Gfeller als Präsident der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Doch nun könnte noch der eine oder andere Kandidat auftauchen.

Die Mitgliedorganisationen der Schweizer Milchproduzenten (SMP) sind aufgefordert, bis diesen Freitag, 5. April, zuhanden des SMP-Vorstandes Kandidaten für das SMP-Präsidium zu nominieren.

Bereits kurz nach der Rücktrittsankündigung von Peter Gfeller nominierte der Vorstand der Vereinigten Milchbauern Mitte-Ost (VMMO) Anfang Februar ihren Präsidenten Hanspeter Kern als Kandidaten für das Präsidium. Doch seither war von keiner weiteren Kandidatur zu hören. «Offiziell bei uns gemeldet ist bisher tatsächlich nur die Kandidatur von Hanspeter Kern», bestätigt Noch-SMP-Präsident Peter Gfeller.

Nicht alle begeistert

Hinter den Kulissen dreht das Kandidatenkarusell aber offenbar doch. Zum einen scheinen nicht alle im VMMO-Gebiet mit der Kandidatur Kerns glücklich zu sein. Sie seien von der über die Presse bereits vor der Nominationssitzung lancierten Kandidatur Kerns regelrecht überrumpelt worden, heisst es hinter vorgehaltener Hand aus dem VMMO-Vorstand.

Zum anderen scheinen auch gegen den Westen der Schweiz hin nicht alle begeistert zu sein von der Vorstellung, dass nach dem Präsidium des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) auch das SMP-Präsidium ostwärts wandert, zumal in der Ausmarchung zum SBV-Vizepräsidium für die Nachfolge des Zentralschweizers Josef Dissler am 26. April ein Zürcher und zwei Thurgauer zur Wahl stehen.

So ist denn auch zu hören, dass von Seiten des Westschweizer Milchverbandes Prolait Fritz Glauser, Präsident des Freiburger Bauernverbandes, Präsident des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV) und SBV-Vizepräsident, als Kandidat angefragt hat.

Führungserfahrung I

Auch wenn Glauser als SGPV-Präsident vor allem als Vertreter des Ackerbaus bekannt ist, betreibt er selber auf seinem Betrieb auch Milchwirtschaft und würde daher das Kriterium, produzierender Milchbauer zu sein, erfüllen. Auch hätte er reiche Erfahrung in der Führung von Verbänden, was im schwierigen SMP-Umfeld ein grosser Pluspunkt wäre. Eine Wahl als SMP-Präsident würde allerdings auch bedeuten, dass er das SGPV-Präsidium und eventuell auch das Präsidium des Freiburger Bauernverbandes abgeben müsste. Glauser selber will sich auf Anfrage nicht dazu äussern, ob er sich eine Kandidatur als SMP-Präsident überlegt.

Führungserfahrung II

Ebenfalls über Führungserfahrung verfügt Hans Staub, ehemaliger Präsident des Zürcher Bauernverbandes (ZBV) und ehemaliges Vorstandsmitglied des SBV. «Ich wurde von verschiedener Seite angegangen, ob ich das SMP-Präsidium übernehmen will», bestätigt Staub auf Anfrage. Nach seinem Rücktritt als ZBV-Präsident infolge des internen Konflikts um die Kulturlandinitiative im ZBV-Vorstand letztes Jahr hätte er wieder gewisse Kapazitäten, auch wenn es ihm keineswegs langweilig sei, wie er betont. Er sei mit seinem Betrieb, seinen Hobbys und einem anstehenden Stallneubau eigentlich ausgelastet.

«Grundsätzlich traue ich mir zu, dauerhaft etwas bewegen zu können, reisse mich aber überhaupt nicht um dieses Präsidium. Ein solches Engagement müsste ich mir sehr gut überlegen, und das müsste auch mit Betrieb und Familie abgestimmt sein», betont er an. Am ehesten sähe er sich in einer Task Force Milch, um die Milchbranche wieder aus der Handlungsunfähigkeit zu reissen.

Zusätzlich zu den bereits Genannten ist auch ein geheimnisvoller Mister X als Kandidat im Gespräch. Und gemäss SMP-Statuten können auch noch am Tag der Wahl am 30. Mai Kandidaten vorgeschlagen werden. Das Kandidatenkarussell dreht sich also noch weiter.

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