22.08.2014 17:17
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Lactofama
SMP wollen bei allen Milchproduzenten 0,35 Rp./kg für Lactofama einziehen
Für die Lactofama sollen alle Milchproduzenten 0,35 Rp./kg bezahlen. Über die 0,35 Rp./kg auf der gesamten Milch wird eine ausserordentliche DV der SMP am 25. November 2014 entscheiden Für die Aktionäre kommen noch 0,1 Rp./kg dazu. Mit Umfrage.

Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) hat diese Woche den Grundsatzentscheid gefällt, dass er mögliche Interventionen über die Lactofama AG weiterführen will. «Nun geht es darum, den Antrag an die Delegiertenversammlung (DV) zu formulieren», erklärt Stefan Hagenbuch, stellvertretender SMP-Direktor.

Bereits klar sei aber, wie viel und ab wann die SMP zugunsten der Lactofama Geld einziehen wollen: 0,35 Rp./kg ab 1. Dezember 2014. Und dies auf der gesamten produzierten Milch bei allen Milchproduzenten. Dazu soll ein zusätzlicher Beitrag von 0,1 Rp./kg auf Milch der Lactofama-Aktionäre kommen. Gesamthaft sollen damit in zwölf Monaten zwischen 12 und 14 Mio. Fr. zusammenkommen. Zum Vergleich: In diesem Jahr hat die Lactofama  8,2 Mio. Fr. eingesetzt.

Nicht mehr aus dem Fonds

Das Geld für 2014 stammte aus Reserven im früheren Milchstützungsfonds. «Auf diesen auch für 2015 zurückzugreifen, war nie eine Option für den SMP-Vorstand», sagt Hagenbuch, der auch als Geschäftsführer der Lactofama amtiert. Sämtliche Aktionäre (siehe Kasten unten) müssen nun bis Ende Oktober 2014 der Abgabe von 0,1 Rp./kg zustimmen. Über die 0,35 Rp./kg auf der gesamten Milch wird eine ausserordentliche DV der SMP am 25. November 2014 entscheiden. «Die DV ist ausserordentlich, weil wir im Herbst keine ordentliche geplant haben», erklärt Hagenbuch und ergänzt, dass somit «wie immer die Delegierten das letzte Wort haben werden».

Der SMP-Vorstand ist der Auffassung, dass von den Massnahmen alle Milchbauern in der Schweiz profitiert haben. «Der Hauptnutzen der Massnahmen der Lactofama ist eindeutig indirekter Natur. Zentral ist deshalb der Effekt auf die Marktstabilisierung der A- und der B-Milch-Mengen. Bei den A- und den B-Milch-Preisen konnte von April bis Juni 2014 Stabilität erreicht werden», heisst es in einem Beurteilungspapier (siehe «Schweizer Bauer» vom 16. August 2014). Die positiven Effekte würden die negativen in der Gesamtheit nach Einschätzung des SMP-Vorstandes eindeutig überwiegen, ergänzt Hagenbuch.

Aktionäre der Lactofama AG sind: 
Aaremilch, Arnold Produkte AG, Nordostmilch,  Miba, Bemo, Mimo, Zenoos, Prolait, FSFL, ZMP, LRG, SMP.

Werden alle mitmachen?

Und was machen die SMP, wenn nicht alle bezahlen wollen? Hagenbuch antwortet: «Erstens decken die Aktionäre der Lactofama AG aktuell 77% der Schweizer Milch ab. Zweitens werden unsere Mitglieder und die Aktionäre überall das Gespräch suchen, und drittens werden wir nicht empfehlen, einen Milchlieferanten, der nicht bezahlen will, auszuschliessen.» Wenn es stimmt, dass mit der Lactofama im Frühling der Markt entlastet wurde und das ganze Milchpreisniveau höher gehalten werden kann, würden die Milchbauern auch dann «bezahlen», wenn es keine Massnahmen à la Lactofama gäbe.

 

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