19.01.2014 12:01
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Milchmarkt
SMP ziehen BOM-Beiträge ein
Die Schweizer Milchproduzenten (SMP) werden neu die Beiträge der Branchenorganisation Milch (BOM) einziehen.

SMP und BOM rücken näher. Seit diesem Jahr hat der neue BOM-Geschäftsführer Stefan Kohler sein Büro im Gebäude der SMP an der Weststrasse 10 in Bern. Aber auch in anderer Beziehung wird die Zusammenarbeit der beiden Organisationen intensiviert. Denn die SMP ziehen neu den Beitrag für die BOM ein. Das steht im Strategiebericht, den der SMP-Vorstand am 6. Dezember 2013 verabschiedet hat.

Beitrag noch nicht klar

Im Sinne eines einheitlichen Auftrittes der Milchproduzenten, zur Festigung des Interessenausgleiches im Rahmen der BOM und zur Vereinfachung der Administration werde für Mitglieder (Milchproduzenten) von SMP-Mitgliedsorganisation der BOM-Mitgliederbeitrag im SMP-Mitgliederbeitrag («Interessenvertretung») integriert, ist dort zu lesen. Als Konsequenz soll der SMP-Mitgliederbeitrag auf die ursprüngliche Höhe (netto) von 0,15 Rp./kg vermarktete Milch erhöht werden.

Wie hoch der konkrete Mitgliederbeitrag im laufenden Jahr sein wird, kann der BOM-Geschäftsführer Kohler noch nicht beziffern. Denn ob 2014 der maximal mögliche Mitgliederbeitrag von 0,014 Rp./kg Milch einkassiert werde, sei eher unwahrscheinlich. Erst die DV vom 28. April werde den Beitrag festlegen. «Der Beitrag wird aber voraussichtlich tiefer liegen, weil die Personalaufwände mit der Abschaffung des Fonds Marktentlastung stark zurückgegangen sind.» Auch der jährliche Grundbeitrag von 2000 Franken pro  Mitgliedorganisation könnte tiefer ausfallen.

Argument Vereinfachung

Aber wie kommt es dazu, dass die SMP auch noch die BOM-Beiträge einkassieren? Geschieht dies auf Druck der BOM, damit möglichst viele Milchbauern zahlen? SMP-Präsident Hanspeter Kern verneint. «Das gibt eine administrative Vereinfachung. Man sollte auch sorgfältig mit den Ressourcen umgehen», begründet er. Die SMP-Mitgliedorganisationen würden heute die Beiträge für beide Organisationen einziehen, sie aber mit separaten Rechnungen überweisen.

«Dass wir die Beiträge einziehen, bedeutet auch, dass wir zur Branche stehen. Wir finden den Erfolg nur innerhalb der Branche und zusammen mit der Branche», betont er. Und er argumentiert, dass die SMP auch für Swiss Cheese Marketing und zum Teil auch für Bio Suisse Beiträge einziehen.

Und was ist, wenn ein Milchbauer den BOM-Beitrag nicht bezahlen möchte? «Der einzelne Milchproduzent ist nicht direkt Mitglied bei der BOM, sondern einzig indirekt. Schlussendlich ist der Bauer immer auch an zwei Orten Mitglied», so Kern. Die Vermarktungsorganisation müsste dann einem Bauern, der nicht bezahle, «hinterherspringen».

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