25.12.2018 09:36
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/hal
Milchmarkt
Umfrage: Hat A2-Milch Potenzial?
A2-Milch verspricht eine bessere Verträglichkeit. Die Milchhandelsorganisation Aaremilch sieht Potenzial. Noch fehlt aber ein Abnehmer dieser Milch. Hat die A2-Milch Potenzial? Oder ist es dem Konsumenten egal? Abstimmen und mitdiskutieren

In einigen Ländern ist die A-Milch bereits am Markt etabliert. In Neuseeland, Irland, Australien oder Grossbritannien ist diese Milch gesucht. Händler kaufen diese auf und verkaufen sie hochpreisig. So werden in Australien bereits acht Prozent reine A2-Milch abgesetzt. Der Marktanteil ist damit schon höher als bei der Biomilch. In den Fokus der Händler rückt auch der asiatische Markt. Dort hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz, also Verdauungsprobleme nach dem Genuss von Milch.

Wissenschaftlicher Beweis fehlt

Der A2-Milch wird eine bessere Verträglichkeit nachgesagt. Das Beta-Kasein A2 in der Kuhmilch entspricht dem ursprünglichen Typ und ist für viele Konsumenten bekömmlicher als der Typ A1, welcher durch eine Mutation entstanden ist. In Australien verkünden Konsumenten gemäss einem Bericht des Landwirtschaftlichen Informationsdienst (lid) öffentlich, dass sie keinen Durchfall mehr haben, seit sie A2-Milch trinken, dass ihr Baby endlich durchschläft oder die Blähungen nach dem Frühstück verschwunden sind.

Die A2-Milch soll für Menschen mit Laktoseintoleranz verträglicher sein, schreibt agrarheute.com. Dies deshalb, weil bei der Verdauung von A1-Kasein möglicherweise mehr BCM-7 (Beta-Casomorphin-7,) freigesetzt wird als bei der A2-Variante. Das Max-Rubner-Institut hat aber keine bessere Verträglichkeit von A2-Milch feststellen können.

Aaremilch glaubt an A2-Milch

Nun gibt es auch in der Schweiz Bestrebungen, A2-Milch zu vermarkten. «Wir glauben an das Potenzial von A2-Milch und haben deshalb 2017 mit 13 Betrieben einen Versuch gemacht», sagt Donat Schneider, Geschäftsführer der Aaremilch, gegenüber «Schweizer Bauer». Die Kühe wurden auf den Beta-Kasein-Genotyp untersucht. Nun selektionieren diese Betriebe auf A2A2.

Der Weg bei der Zucht sei zwar steinig, die gemachten Erfahrungen seien jedoch sehr wertvoll. «Die ersten Aaremilch-Betriebe werden noch im 2019 reine A2A2-Herden haben. Wir sind sicher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Markt auch in der Schweiz A2-Milch verlangt», so Schneider.

Ursprünglich gaben alle Kühe sämtlicher Rassen ausschliesslich A2-Milch. Im Laufe der Zeit verbreitete sich über Mutation verstärkt die A1-Variante. Bei der Rasse Holstein treten das A1- und das A2-Allel in etwa gleichem Verhältnis auf. Stark verbreitet ist der Genotyp A2A2 bei der Rasse Jersey.

Nestlé winkt (noch) ab

Ein potenzieller Abnehmer wäre Nestlé. Das Werk in Konolfingen BE ist insbesondere auf den Export ausgerichtet. Der Konzern winkt aber ab. «Wir können Ihnen bestätigen, dass Nestlé in der Schweiz zurzeit keine Pläne für die Lancierung oder Herstellung von Produkten mit A2-Milch hat», lässt Unternehmen «Schweizer Bauer» wissen. «Schweizer Bauer» weiss aber, dass beim Bund ein A2-Projekt mit Nestlé besprochen worden ist

Was denken Sie? Hat die A2-Milch Potenzial? Und müsste der Landwirt für solche Milch einen höheren Preis erhalten? Oder hat die A2-Milch keine Chance am Markt? Mitdiskutieren und abstimmen

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE