28.10.2013 15:13
Quelle: schweizerbauer.ch - Doris Grossenbacher
Milchmarkt
Verarbeiter wollen vor allem billige Milch
Eine Umfrage bei Verarbeitungsunternehmen zeigt, worauf diese bei der Beschaffung ihrer Rohstoffe besonders achten.

Für die Schweizer Molkereimilchverarbeiter hat der Produzentenpreis die grösste Bedeutung bei der Beschaffung des Rohstoffes Milch. Dies fand Irene Bösch in ihrer Doktorarbeit an der ETH in Zürich heraus.

Swissness ist wichtig


Sie untersuchte die Bedeutung verschiedener Eigenschaften von Molkereimilch, Brotweizen, Rindfleisch und Veredelungskartoffeln für die Verarbeitungsunternehmen. Dafür führte sie Interviews in Schweizer Verarbeitungsbetrieben. Im aktuellen Marktlagebericht der Schweizer Milchproduzenten ist ein Ausschnitt der Arbeit abgedruckt. Nicht bei allen Rohstoffen ist der Preis so wichtig.

Als zweitwichtigste Eigenschaft wird bei der Milch das Herkunftsland angegeben. Hier sind jedoch grosse Abweichungen feststellbar. Die Schweizer Milchverarbeiter schätzen demzufolge den Wert von Swissness sehr unterschiedlich ein.

An dritter Stelle wurde die Keim- und Zellzahl genannt. Praktisch keine Bedeutung hat bei der Milch die Zone (Lage) des Betriebes. Allgemein werden Butter und Milchpulver preissensitiver eingestuft, als Trinkmilch und Molkereiprodukte.

Preis nicht überall zentral


Am wenigsten wichtig ist der Preis gemäss den Angaben der Verarbeitungsunternehmen bei der Beschaffung von Rindfleisch. Dort spielen Faktoren wie die Rückverfolgbarkeit oder die Umweltbelastung eine grössere Rolle.

Farbe und Qualität haben beim Einkauf von Veredelungskartoffeln die grösste Bedeutung. Die Geschäftsbeziehung wird als ebenso wichtig eingestuft wie der Preis. Die Herkunft ist weniger wichtig. Bei der Beschaffung von Weizen achten die Verarbeiter laut Studie vor allem auf die Herkunft und die Qualität des Weizens.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE