11.08.2013 15:13
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Milchmarkt
Wechselt BOM-Präsident die Seiten?
BOM Präsident Zemp scheint sich nicht mehr sicher zu sein auf welcher Seite er steht. In der Sonntagspresse habe Zemp mit Milchimporten gedroht, falls zu viele Bauern mit dem Melken aufhören würden. An einen fairen Preisanstiege der Käsereimilch glaubt er nicht.

Wie aus dem Newsletter der BIG-M zu entnehmen ist, scheint sich BOM Präsident Zemp nicht mehr sicher zu sein, auf welcher Seite er nun steht. In der Sonntagspresse habe Zemp mit Milchimporten gedroht, falls zu viele Bauern mit dem Melken aufhören würden.
Ausserdem habe er behauptet, dass 65 Prozent der Schweizer Milch im europäischen Wettbewerb stehe und somit Preisanstiege schwierig zu realisieren seien.

Auf  Seiten der Abnehmer

Zemp argumentiere zu Gunsten der Milchabnehmer und nicht für die Milchproduzenten. In seiner Position als BOM-Präsident müsse er aber zumindest eine neutrale Stellung zum Thema einnehmen und objektiv bleiben, so BIG-M.

Im europäischen Wettbewerb würde sich vor allem die Käsereimilch befinden, da mit der EU der Käsefreihandel bestehe. Um den Preisdruck im Bereich Käsemilch abzufedern, habe das Parlament  die Verkäsungszulage definitiv im Gesetz verankert. Vor dem Ausstieg aus der Kontingentierung habe das BLW eine Formel kreiert:

Schweizer Milchpreis = EU Preis + Verkäsungszulage + 10% Swissness.

Unfairer Preise

Eine Berechnung des BIG-M hat folgendes ergeben: Der aktuellen Kieler Rohstoffwert für Milch ab Hof beträgt 43,7 Cent (netto), dies ergibt 48 Cent inkl MWst. Umgerechnet sind dies 58 Rappen. Mit der Verkäsungszulage inkludiert ergibt das 73 Rappen. Wird schliesslich noch die 10% Swissness dazugerechnet, unter anderem für GVO-Fütterung, höhere Auflagen usw., ergibt dies einen Käsemilchpreis von insgesamt 80 Rappen

Zurzeit würde sich der Milchpreis mehr als 10 Rappen unterhalb des berechneten Preises liegen. Trotzdem würde Zemp behaupten, dass der Milchpreis höchstens um 2 bis 4 Rappen erhöht werden könne. Somit sei der aktuelle Milchpreis weder marktorientiert noch fair. Es würden bloss die Kräfteverhältnisse im Milchmarkt widergespiegelt.

Enttäuschte Bauern

Die Milchbauern seien enttäuscht und würden sich wünschen, dass Zemp mindestens die Forderung des neuen Bauernpräsidenten Markus Ritter unterstützen würde. Ritter habe einen Preisanstieg von 7,4 Rappen gefordert,  damit der Einkommensausfall wegen der gestrichenen Tierbeiträge kompensiert werden könne. „Solange die Kräfteverhältnisse im Milchmarkt nicht entscheidend korrigiert werden, bleiben die Produzenten reine Restgeldempfänger, ohne jegliche Mitsprache“, äussert sich BIG-M deutlich. 

Damit fehlt den Milchbauern Perspektive, um in die Zukunft investieren zu können. Als Folge davon werde der Kuhbestand weiterhin abnehmen.

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