7.05.2020 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Neuseeland
Weltmilchmarkt: Butter unter Druck
An der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade waren die Notierungen der gehandelten Molkereiprodukte am Dienstag in Summe nur leicht rückläufig. Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank um 0,8%.

Bei der vorletzten Auktion wurde noch ein Minus von 4,2% verzeichnet. Diesmal tendierten Butter und Buttermilchpulver deutlich schwächer, während sich die Kurse für Mager- und Vollmilchpulver stabilisieren konnten. Der GD T-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung am internationalen Milchmarkt. 

Butter gab deutlich nach

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) gab beim gestrigen Event um 2,4% auf 3'973 USD/t (3'864 Fr.) nach. Bei Butter kam es zu einem deutlichen Rückgang um 5,8% auf 3'867 USD/t (3'761 Fr.). Die Butter-Notierung war an der GlobalDairyTrade bis Anfang April relativ stabil, nunmehr erfolgte der zweite Rückgang. 

Der stärkste Einbruch wurde bei Buttermilchpulver verzeichnet, hier erfolgte ein Minus von 10,3% auf durchschnittlich 2'107 USD/t (2'050 Fr.). Auch Cheddar-Käse wurde diesmal niedriger bewertet, der Index sank um 6,8% auf 4'115 USD/t (4'003 Fr.). Bei Kasein verringerte sich die Notierung im Mittel um 5,1% auf 8'891 USD/t (8'648 Fr.). Weiterhin positiv entwickelte sich dagegen der Kurs für Laktose mit 1'153 USD/t (1'12 Fr.) (+7,9%). 

Milchpulver: Abwärtstrend gestoppt 

Bei Milchpulver konnte der im Februar 2020 einsetzende Abwärtstrend vorerst gestoppt werden. Der Index für Magermilchpulver nahm geringfügig um 0,1% auf 2'373 USD/t (2'308 Fr.) zu. Die mittlere Notierung für Vollmilchpulver - das Leitprodukt dieser Auktion - erhöhte sich ebenfalls um 0,1% auf 2'745 USD/t (2'670 Fr.). 

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 16'442 t verkauft, damit lag die Menge deutlich unter dem Niveau der vorhergehenden Auktion (20'601 t). Gleichzeitig stieg die Zahl der teilnehmenden Bieter von 153 auf 164. 

Butterpreise unter Corona-Einfluss 

Die Analysten verweisen darauf, dass sich die Notierung für Vollmilchpulver bei der Auktion etwas besser präsentierte als von den Warenterminmärkten erwartet wurde. Dies dürfte mit dem nicht drängenden Angebot zusammenhängen. Im Gegensatz dazu führten bei Butter und Butteröl die deutlich höheren Mengen zu einem starken Preisrückgang. Ausserdem schlagen die aufgrund der Corona-Krise erfolgten Schliessungen in den Bereichen Gastronomie und Tourismus insbesondere beim Butterabsatz negativ zu Buche. 

Derzeit sei der globale Milchmarkt verunsichert, weil noch nicht absehbar sei, wie und wie lange sich die Corona-Pandemie weiter auf die einzelnen Produktkategorien auswirke, so die Analysten. Die Konjunktureinbrüche in den einzelnen Ländern würden den Konsum insgesamt bremsen, was auch die Milchmärkte in unterschiedlichem Ausmass treffe. Ein Lageraufbau - etwa bei Milchpulver - könne kurzfristig den Marktdruck verringern, längerfristig müsse die Milchproduktion auf den geringeren Bedarf abgestimmt werden. Was den Export betreffe, so ruhe die Hoffnung auf den Märkten in Asien, im Mittleren Osten und in Nordafrika. 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE