12.02.2019 09:51
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Neuseeland
Weltmilchmarkt: Preise erneut höher
Der Anstieg der Notierungen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade hat sich bei der jüngsten Auktion in dieser Woche fortgesetzt, und er ist überraschend hoch ausgefallen.

Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Molkereiprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, legte gegenüber der vorhergehenden Auktion um 6,7% zu. Mit Ausnahme von Buttermilchpulver tendierten die Kurse für alle anderen Produkte deutlich nach oben, der höchste Anstieg wurde bei Vollmilchpulver und Kasein verzeichnet. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt.

Vollmilchpulver legt massiv zu

Bei der jüngsten GDT-Auktion stieg der Index für wasserfreies Milchfett (AMF) im Mittel um 5,8% auf 5'579 USD/t. (5'604 Fr.) Butter wurde gegenüber dem vorangegangenen Event um 4,2% höher bewertet, die Notierung stieg im Schnitt auf 4'445 USD/t (4'465 Fr.). Bei Cheddar-Käse wurde mit 3'565 USD/t (3'581 Fr.) ein Plus von 1,4% erzielt und bei Laktose stieg der Index um 1,3% auf 1'035 USD/t (1'040 Fr.). Kasein verzeichnete mit 5'596 USD/t (5'621 Fr.) den höchsten Kursanstieg (+10,9%).

Auch im Pulverbereich setzte sich die positive Preisentwicklung fort. Bei Vollmilchpulver, dem Leitprodukt dieser Auktion, wurden Kursaufschläge um 8,4% auf durchschnittlich 3'027 USD/t (3'040 Fr.) erreicht und bei Magermilchpulver konnte mit durchschnittlich 2'534 USD/t (2'545 Fr.) ein Plus von 3,9% verzeichnet werden.

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 23'326 t verkauft, damit war die Menge deutlich geringer als bei der vorhergehenden Auktion (27'909 t). Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der teilnehmenden Bieter von 191 auf 177. 

Geringeres Angebot wirkte sich aus 

Der deutliche Anstieg des GDT-Index hat zahlreiche Analysten überrascht, manche von ihnen hatten eher ein kleines Minus erwartet. Vor allem bei Vollmilchpulver war man nicht von einem derart hohen Zuwachs ausgegangen. Robert Gibson, Experte der neuseeländischen NZX-Börse, führt die höheren Preise auf das spürbar geringere Angebot (-16%) und auf die anhaltend gute Nachfrage aus Asien zurück. 

Nathan Penny von der ASB-Bank vermutet, dass die aktuelle Hitzewelle in Neuseeland die Produktionserwartungen im Milchbereich gedämpft hat. Nunmehr dürfte der Anstieg der Molkereianlieferung geringer ausfallen als noch vor einigen Wochen erwartet. Interessant ist laut Experten auch, dass Magermilchpulver am EU-Binnenmarkt und auf den internationalen Märkten stärker notiert als zuletzt, obwohl grosse Mengen aus der Intervention ausgelagert wurden.

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