10.09.2020 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Globaler Milchmarkt
Weltmilchmarkt: Preise schwächeln
An der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade (GDT) tendierten die Notierungen der gehandelten Molkereiprodukte beim jüngsten Event in Summe erneut nach unten, allerdings wurden auch Preissteigerungen verzeichnet.

Während die Kurse für Vollmilchpulver, Butter und Cheddar-Käse zur Schwäche neigten, konnten Magermilchpulver, Laktose und Buttermilchpulver ein Plus verzeichnen.

Vierter Rückgang in Folge

Der Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank um 1%. Es war dies der vierte Rückgang in Folge, bei der Auktion Anfang Juli hatte der Index noch überraschend stark (+8,3%) zugelegt. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwicklung am internationalen Milchmarkt. 

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) verringerte sich diese Woche um 0,5% auf 3'852 USD/t (3'514 Fr.). Bei Butter kam es zu einem Rückgang um 1,2% auf 3'334 USD/t (3'041 Fr.). Dem gegenüber konnten die Kurse für Buttermilchpulver zulegen, und zwar um 3,9% auf durchschnittlich 2'356 USD/t (2'149 Fr.). Bei Laktose erhöhte sich der Index im Mittel um 0,8% auf 1'314 USD/t (1'199 Fr.). Cheddar-Käse wurde diesmal etwas niedriger bewertet, der Index sank um 0,4% auf 3'428 USD/t (3'127 Fr.). 

Milchpulverkurse tendieren gegenläufig 

Unterschiedlich tendierten diesmal die Kurse für Milchpulver: Während der Index für Magermilchpulver um 1,8% auf 2'663 USD/t (2'429 Fr.) anstieg, gab die mittlere Notierung für Vollmilchpulver, das Leitprodukt dieser Auktion, um 2% auf einen mittleren Wert von 2'884 USD/t (2'631 Fr.) nach und setzte damit die im August einsetzende Abwärtsbewegung fort. 

In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 35'656 t verkauft, damit lag die Menge über dem Niveau der vorhergehenden Auktion (31'331 t). Die Zahl der teilnehmenden Bieter war mit 166 relativ stabil. 

Analysten sehen keinen einheitlichen Preistrend

Die Analysten führen den leichten Index-Rückgang auf mehrere Faktoren zurück. Die Preise für das Leitprodukt Vollmilchpulver seien erneut gesunken und dürften wohl bald die Talsohle erreichen, so die Hoffnung. Die Kurse für Magermilchpulver hätten sich dagegen nach dem starken Einbruch von Jänner bis Mai wieder stabilisiert.

Der globale Milchmarkt befinde sich derzeit halbwegs im Gleichgewicht, allerdings könnten die Folgen der Corona-Krise - geringeres Wirtschaftswachstum und steigende Arbeitslosigkeit - zu einem Rückgang des Konsums führen. Daher sollte das globale Milchangebot an diese Entwicklung angepasst werden, so die Experten. 

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