8.07.2019 11:47
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE/aiz
Globaler Milchmarkt
Weltmilchmarkt: Preise sinken
An der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) zeigten sich bei der Auktion vergangene Woche eine sinkende Preisentwicklungen. Während Fetterzeugnisse wie Butter mit deutlichen Abschlägen gehandelt wurden, konnten die Verkäufer von Milchpulver teilweise höhere Erlöse einstreichen.

Der zusammenfassende Preisindex für die insgesamt acht gehandelten Milcherzeugnisse gab gegenüber der vorherigen Auktion von Mitte Juni um 0,4% nach. Das Minus fiel aber deutlich geringer als in den Vorwochen aus.

Butterpreise sinken deutlich

Unter besonderen Preisdruck geriet bei der jüngsten Versteigerung erneut die Butter, die über alle Kontraktlaufzeiten hinweg einen Abschlag von 4,8% gegenüber der Auktion vor zwei Wochen verzeichnete und nur noch 4'339 USD/t (4'303 Fr.) erlöste. Zudem mussten die Verkäufer beim wasserfreien Milchfett einen Preisrückgang von 1,9 % auf 5'433 $/t (5'388 Fr.) hinnehmen, während sich Cheddarkäse um 1,5% auf 3'756 USD/t (3'725 Fr.) verbilligte.

Mehr Geld liess sich dagegen nach vorangegangener Schwächephase wieder beim Verkauf von Magermilchpulver erzielen. Die Anbieter Arla und Fonterra erlösten im Mittel aller Qualitäten und Fälligkeiten 2'430 $/t (2'410 Fr.). Das waren 3,2% mehr als bei der Versteigerung Mitte Mai. Im Vorjahresvergleich lag das Preisniveau um 27 % höher. Das hinsichtlich des Handelsvolumens wichtigere Vollmilchpulver verzeichnete zuletzt im Schnitt aller Liefertermine einen nahezu unveränderten Verkaufspreis von 2'969 $/t (2'944 Fr.).

Dabei waren die Käufer für die rasche Lieferung im August bereit, 4,6 % mehr Geld auszugeben als bei der letzten Auktion; die Folgetermine wurden dagegen mit Abschlägen zwischen 0,7 % und 1,9 % verkauft.

Gestiegenes Angebot

Die Analysten führen den leichten Indexrückgang beim jüngsten GDT-Event vor allem auf das weiter gestiegene Angebot zurück. Diesmal wurden Molkereiprodukte im Umfang von 24'711 t verkauft, um 2% mehr als bei der vorhergehenden Auktion und um 24% mehr als vor einem Monat. Die Zahl der teilnehmenden Bieter stieg auf 174.

Auch das verlangsamte Wirtschaftswachstum in wichtigen Zielmärkten, wie etwa China, könnte "Gegenwind" für die Notierungen bedeuten, so die Marktbeobachter. Als positives Signal wird hingegen der gebremste Anstieg der US-Milchproduktion gewertet - von Januar bis April 2019 wurde nur ein Plus von +0,1% gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Australien meldet in der aktuellen Milchsaison (Juli 2018 bis April 2019) bei der Anlieferung ein witterungsbedingtes Minus von 7,3% und Neuseeland weist für den Zeitraum Juni 2018 bis April 2019 in Summe ein Plus von 2,3% auf. 

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