9.08.2019 07:35
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Globaler Milchmarkt
Weltmilchmarkt: Preise sinken
Nachdem die Notierungen an der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade bei der vorletzten Auktion im Schnitt um 2,7% zulegen konnten, waren sie beim jüngsten Event diese Woche erneut rückläufig.

Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, verringerte sich um 2,6%.

Fettpreise mit grossem Minus

Diesmal gaben die Kurse für alle gehandelten Produkte nach, das grösste Minus wurde im Milchfettbereich verzeichnet. Für den Index-Rückgang dürfte vor allem das deutlich gestiegene Angebot verantwortlich sein. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Preisentwicklung am Weltmilchmarkt.

Der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl) verringerte sich gegenüber dem vorherigen Event um 5,1% auf 5'246 USD/t (5108 Fr.). Bei Butter gab die durchschnittliche Notierung ebenfalls deutlich nach, und zwar um 5,5% auf 4'165 USD/t (4'055 Fr.). Bei Buttermilchpulver wurde ein Rückgang um 5,6% auf einen durchschnittlichen Kurs von 2'405 USD/t (2'345 Fr.) verzeichnet. Bei Cheddar-Käse sank der Index um 2% auf 3'838 USD/t (3'737 Fr.).

Gestiegenes Angebot

Die größte Abwärtsbewegung wurde bei Laktose festgestellt (-11,5%), hier fielen die Preise im Mittel auf 767 USD/t (746 Fr.). Auch Kasein wurde mit 6.885 USD/t (6'704 Fr.) (-1,3%) niedriger bewertet. Vergleichsweise moderat fielen die Preisrückgänge im Pulverbereich aus: Der mittlere Kurs für Magermilchpulver gab um 1,6% auf 2'482 USD/t (2'417 Fr.) nach. Der Index für Vollmilchpulver, das Leitprodukt dieser Auktion, sank um 1,7%, im Schnitt wurden 3'039 USD/t (2'959 Fr.) erzielt.

Der Indexrückgang beim jüngsten GDT-Event wird von den Analysten in erster Linie auf das stark gestiegene Angebot (vor allem beim neuseeländischen Marktführer Fonterra) zurückgeführt. Diesmal wurden Molkereiprodukte im Umfang von 34.969 t verkauft, das waren um 40% mehr als bei der vorhergehenden Auktion. Die Zahl der teilnehmenden Bieter stieg auf 196.

China beeinflusst Milchmarkt

Dem deutlich grösseren Angebot stand zum Teil auch eine stärkere Nachfrage aus dem asiatischen Raum - insbesondere aus China - gegenüber. Analysten warnen jedoch, dass der sich verschärfende Handelskonflikt zwischen den USA und China in den kommenden Wochen und Monaten auch den Milchmarkt negativ beeinflussen könnte.

"Der chinesische Bedarf ist ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung des globalen Marktes", betont Anne Boniface, Agrarexpertin der australischen Westpac Bank. Die jüngsten Signale aus Washington und Peking seien diesbezüglich nicht besonders ermutigend.

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