25.04.2020 12:44
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Neuseeland
Weltmilchmarkt: Preise sinken wieder
An der neuseeländischen Handelsplattform GlobalDairyTrade waren die Notierungen der gehandelten Molkereiprodukte beim jüngsten Event zum überwiegenden Teil erneut rückläufig, nur Cheddar-Käse und Laktose verzeichneten ein Plus.

Der GDT-Gesamtindex, in dem eine Bandbreite von verschiedenen Milchprodukten und Kontrakt-Zeiträumen zusammengefasst ist, sank um 4,2%. Seit Anfang Februar 2020 war der Index viermal gesunken, nur bei der vorletzten Auktion wurde ein Plus von 1,2% verzeichnet. Der GDT-Index gilt als wichtiger Indikator für die Entwic klung am internationalen Milchmarkt. 

Milchpulver verliert weiter

Stark rückläufig war beim gestrigen Event der Index für wasserfreies Milchfett (Butteröl), er gab um 7% auf 4'083 USD/t (3'973 Fr.) nach. Bei Butter kam es zu einem Rückgang um 3,6% auf 4'117 USD/t (4'005 Fr.). Bei Kasein verringerte sich die Notierung im Mittel um 3% auf 9'409 USD/t (9'155 Fr.). Dem gegenüber wurde Cheddar-Käse diesmal höher bewertet, der Index stieg hier um 1,9% auf 4'480 USD/t (4'359 Fr.). Ausgesprochen positiv entwickelte sich die Notierung für Laktose mit 1'078 USD/t (1'049 Fr.) (+12%). 

Bei Milchpulver setzte sich der im Februar 2020 einsetzende Abwärtstrend weiter fort. Der Index für Magermilchpulver gab um 4,9% auf 2'380 USD/t (2'316 Fr.) nach. Die mittlere Notierung für Vollmilchpulver - das Leitprodukt dieser Auktion - verringerte sich um 3,9% auf 2'707 USD/t (2'634 Fr.). In Summe wurden beim jüngsten GDT-Event Molkereiprodukte im Umfang von 20'601 t verkauft, damit lag die Menge leicht über dem Niveau der vorhergehenden Auktion. Gleichzeitig sank die Zahl der teilnehmenden Bieter auf 153. 

Einfluss der Corona-Krise spürbar

Der erneute Rückgang des GDT-Index wird von den Analysten in erster Linie auf die globale Ausbreitung des Coronavirus zurückgeführt. Die Käufer hätten die zuletzt gestiegenen Notierungen nicht akzeptiert und sich diesmal eher zurückgehalten, betonen sie. In China beginne sich die Wirtschaft langsam wieder zu erholen, und die Volksrepublik sei immerhin der grösste Importeur am Weltmilchmarkt.

Die Nachfrage aus dem Mittleren Osten werde aufgrund der stark gefallenen Ölpreise kaum steigen. Die GDT-Kurse lägen nun im Mittel um 15% unter dem Februar-Niveau (also vor Ausbruch der Corona-Pandemie). Die weitere Preisentwicklung am globalen Milchmarkt werde davon abhängen, wie sehr es gelinge, die Produktion an den Bedarf anzupassen. 

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