30.07.2018 10:26
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
USA
Weniger Milchgeld für US-Farmer
Die Milchfarmer in den USA werden im laufenden Jahr wahrscheinlich einen neuen Produktionsrekord aufstellen, müssen sich allerdings auf sinkende Preise einstellen.

Nach vorläufigen Daten des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) belief sich die US-Milcherzeugung von Januar bis Juni 2018 auf 49,97 Mio. t. Das waren 567'000 t oder 1,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. 

Laut aktueller USDA-Prognose soll die Rohstoffmenge auch bezogen auf das Gesamtjahr um 1,1% wachsen, und zwar auf 98,79 Mio. t, womit das Niveau von 2017 um gut 1 Mio. t übertroffen würde. Grund des Anstiegs ist die höhere Milchleistung der Kühe, die im Schnitt um 1% auf 10'510 kg zulegen soll. Der Milchkuhbestand dürfte dagegen mit etwas mehr als 9,4 Millionen Tieren imJ ahresmittel nur um 0,1% wachsen. 

Der heimische Verbrauch von Milchprodukten war den Washingtoner Analysten zufolge zu Jahresbeginn recht flott, liess dann aber spürbar nach. In der Periode von März bis Mai lag die Inlandsverwendung auf Basis von Milchfett um 1,7% unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, auf Basis von fettfreien Milchfeststoffen sogar um 2,5%. Der schwächere Inlandsverbrauch hat zu einem spürbaren Anstieg der Lagerbestände, vor allem bei den Milchfettprodukten, geführt und die Preise für mehrere Milcherzeugnisse unter das Vorjahresniveau gedrückt. 

Allerdings habe dies die Wettbewerbsfähigkeit im Export verbessert, erläuterte das Ministerium. Die Ausfuhr von Milchprodukten hat laut USDA-Daten gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 auf Milchfettbasis um etwa 17% und auf Basis von fettfreien Milchfeststoffen um 21% zugelegt. Die Einführung eines Strafzolles von 2% in China auf US-Milchprodukte Anfang Juli dürfte jedoch den dortigen Absatz schmälern. Das wird vor allem Molkenpulverprodukte betreffen, da zuletzt fast die Hälfte dieser US-Exporte in die Volksrepublik gingen. Bei Käse lag der Anteil bei knapp 5% und bei Magermilchpulver bei gut 4%. 

Die Washingtoner Analysten rechnen für 2018 für alle wichtigen Standardmilchprodukte im Jahresmittel mit niedrigeren Preisen als 2017, wobei für Molkenpulver mit 35% der stärkste Abschlag erwartet wird. Für den Produzentenpreis 2018 prognostiziert das USDA eine Spanne zwischen 15,95 US-Cent/lb (34,8 Rp./kg) und 16,25 US-Cent/lb (35,5 Rp./kg). Das wären im Spannenmittel 8,8 % weniger als 2017.

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