23.11.2016 08:04
Quelle: schweizerbauer.ch - sal
Milchmarkt
«Wie peinlich ist denn das?»
Die Branchenorganisation Milch (BOM) habe eine angebliche «Verschärfung» der Milchkaufverträge beschlossen. «Unsere Befürchtungen sind dabei leider bestätigt worden», schreibt die Milchbauern-Basisorganisation BIG-M in einer Mitteilung.
Denn nach langem Hin und Her sei noch der Passus eingefügt worden, dass die Mengen des Folgemonats auch in Prozenten mitgeteilt werden könnten. Dies werde nun für die Mehrheit der Produzenten die Regel sein und damit bleibe alles beim Alten, kritisiert BIG-M.

«Jeder soll liefern, so viel er kann. Keine Steuerung der Milchmengen nach Angebot und Nachfrage», lautet das Fazit. Damit sei Artikel 37 Absatz 2 des Landwirtschaftsgesetzes nicht umgesetzt, der Regelungen über Mengen verlange. Diese Übung mit unzähligen teuren Sitzungen hätte sich die BOM nun wirklich sparen können, so BIG-M. Ausser noch mehr unnützem Bürokram für die Milchhändler bringe dieser Beschluss absolut nichts.

Wörtlich schreibt die BIG-M: «Überschüsse sollen partout nicht verhindert werden. Alle die, welche diesem BOM-Papier zugestimmt haben, wussten das. Aber man hat die Hand hochgehalten und tut nun so, als hätte die Branche ihre Hausaufgaben gemacht. Wie peinlich ist denn das? BIG-M fragt sich einmal mehr, ob sich die Produzentenvertreter nicht schämen, so einen Quatsch mitzumachen.»

BIG-M schreibt, alle redeten von der Stärkung der Position der Milchproduzenten. Doch dafür musste der Milchmarkt im Lot sein. Die Basisorganisation kommt deshalb zum Schluss: «Offensichtlich haben einmal mehr jene Interessenvertreter gewonnen, welche von einer Überschusssituation hemmungslos profitieren.»
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