31.05.2015 12:32
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
Milchmarkt
Will Migros Rahm im Ausland verbuttern?
Trotz massiver Intervention der Lactofama beträgt der Butterberg 6108 t. Nun droht neues Ungemach für die Milchbranche.

6108t Butter lagen gemäss Branchenorganisation Butter in der Kalenderwoche 21 in den Lagern. Letztes Jahr waren es in der gleichen Woche 5584 t und vor zwei Jahren mit 3088 t sogar noch weniger. Und dies trotz der Tatsache, dass seit der Einführung der Segmentierung noch nie so viel C-Milch gehandelt wurde wie im Monat März 2015. 5,1 Prozent der eingekauften Milch sind ins C-Segment geflossen. Rund 30,40 Rp./kg wurden inklusive Stützung durch die Lactofama gemäss Marktbericht Milch des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) für C-Milch im März bezahlt.

Grosser Preisunterschied

Nun könnten aber noch mehr Probleme auf die Schweizer Milchwirtschaft und hier vor allem auf die Verarbeiter zukommen.  Zwar seien seit Anfang Jahr bereits 1900t Butter zu Tiefstpreisen auf dem Weltmarkt veräussert worden, schreibt die «Handelszeitung». Doch trotz grossem Butterberg von über 6000t würden die Preisunterschiede gegenüber dem benachbarten Ausland immer grösser, heisst es weiter. «Für Kochbutter bezahlt der Schweizer Konsument mittlerweile rund dreimal mehr als für deutsche Markenbutter. Für Vorzugsbutter gar fast viermal so viel», zitiert die «Handelszeitung» den BLW-Marktbericht.

Je stärker sich die Preisschere gegenüber dem Ausland öffnet, desto grösser werde die Unruhe bei den Detailhändlern. Die Handelszeitung zitiert einen Coop-Sprecher, der die Situation als «unbefriedigend» bezeichnet. Man sei derzeit daran, die Lage zu prüfen. Ähnlich klingt es bei der Migros: «Die Konsumenten goutieren solche Preisunterschiede nicht, wie der wachsende Einkaufstourismus belegt», sagt Jürg Maurer, stellvertretender Leiter Wirtschaftspolitik beim Migros-Genossenschafts-Bund, ebenfalls laut «Handelszeitung».

Migros findets «überlegenswert»

Die Migros versuchte bereits im Jahr 2007, die aus ihrer Sicht  ineffizienten Schweizer Butterhersteller zu umgehen. Sie beantragte damals beim Bund die Erlaubnis, Schweizer Rahm in Deutschland im Veredelungsverkehr zu Butter verarbeiten zu lassen, um diese dann günstiger in den eigenen Läden zu verkaufen. Die Migros blies die Aktion schliesslich aus Kostengründen ab. Damals jedoch war Butter bloss 40 Prozent teurer als in Deutschland. Da sich die Preisunterschiede seither stark vergrössert hätten, sei ein solcher Schritt wieder «überlegenswert», sagt Maurer.

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