21.07.2013 09:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
Milchmarkt
«Wird die Milch zum Luxusgut?»
«Wird die Milch zum Luxusgut?» Diese Frage stellt die Sonntagszeitung in ihrer neusten Ausgabe. Denn trotz leicht gestiegenen Preisen bleibe die Milchproduktion ein Verlustgeschäft.

Jahrelang gab es in der Schweiz Milchüberschüsse, die Preise fielen in den Keller. Viele Bauern kehrten dem Milchmarkt den Rücken – jetzt ist die Milch knapp. Im ersten Halbjahr sank die Schweizer Produktion um über 5 Prozent gegenüber 2012. Lange wurde jeden Frühling mehr gemolken als im Vorjahr – jetzt ist es erstmals weniger. Die Sprecherin des Schweizerischen Bauernverbands (SBV), Sandra Helfenstein, sagt gemässs Sonntagszeitung: «Realistisch gerechnet, ist Milch für viele Bauern immer noch ein Verlustgeschäft.» Dabei wären jetzt Anreize, um mehr zu produzieren, dringlich. Helfenstein sagt: «Vieles deutet auf eine drohende Milchknappheit hin.»

Im Laden 5 bis 10 Rappen teurer

Der Richtpreis der Branchenorganisation Milch (BOM) ist erst um 3 Rappen gestiegen. Die Trendwende bei den Richt- und Produzentenpreisen zeigt sich im Portemonnaie der Konsumenten – die Migros hat die Preise für Milch, Schweizer Joghurt, Rahm und Butter im Schnitt aber gleich um 5 bis 10 Rappen erhöht, so auch Coop.

Das Spiel des freien Marktes harzt also: Weniger Bauern, weniger Kühe, weniger Milch – die Milch wird zum raren Gut, dessen Wert rapid zunehmen sollte. Er tut es aber nicht.

ZMP-Oehen will höheren Milchpreis

Jetzt fordert gemäss Sonntagszeitung sogar Thomas Oehen, Vizepräsident von Emmi, dass der Richtpreis für Milch im Verlauf des Herbstes noch einmal steigen muss. Die Verarbeiter würden nach mehr Milch verlangen, und die ausländischen Preise seien tendenziell am Steigen. Oehen ist gleichzeitig Präsident der Zentralschweizer Milchproduzenten, die im Moment nicht mehr alle Kunden ausreichend mit Milch beliefern können.

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