5.08.2017 18:04
Quelle: schweizerbauer.ch - jgr
Raumplanung
Landverbrauch: Aldi & Lidl in Kritik
Aldi und Lidl stehen in der Kritik, weil sie einen Teil ihrer Läden auf die grüne Wiese bauen.

Im solothurnischen Biberist steht die Aldi-Filiale auf einer Wiese. Der Standort sei den Jungen Grünen ein Dorn im Auge, schreibt die «Berner Zeitung».   «Einstöckig gebaut, viel Wiese versaut.» Auf einem Kampagnenbild hänge dieser Spruch an der Filiale, die nahe der Aare neben einem Acker stehe.

Solche Filialen seien Landfresser, lautet die Botschaft der Jungen Grünen. Denn auf dem Grundstück von 6900 Quadratmetern stehen heute 90 Parkplätze und eine Filiale mit rund 1700 Grund- und 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Schweizweit 49 Landfresser

Die Aldi-Filiale in Biberist ist kein Einzelfall. 49 solche Aldi- und Lidl-Läden, die frei auf der grünen Wiese stehen, gibt es gemäss einer Studie der Universität Bern in der Schweiz. Das sind rund 20 Prozent von 256 Aldi- und Lidl-Filialen, die Studien­autor Andreas Hengstermann untersucht hat.

Gemäss «Berner Zeitung» könnte es noch weitere «Landfresserfilialen» haben. Zumal Hengstermann nur 93 Prozent der 275 Aldi- und Lidl-Filialen, die am 31. Dezember 2016 in der Schweiz ihre Ware anboten, in seine Analyse einbeziehen konnte. Nach diesem Datum sind nämlich noch gut ein Dutzend Filialen eröffnet worden.

Gemeinden sind nicht wehrlos

Die Schweizerische Vereinigung für Landesplanung (VLP-ASPAN) kritisiere schon länger, dass Lidl, Aldi und andere Detailhändler mit dem Boden verschwenderisch umgehen und die Zersiedlung fördern würden, sagt Direktor Lukas Bühlmann. Er betont auch, dass die Gemeinden den Plänen der Discounter nicht wehrlos ausgeliefert seien.

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