16.03.2018 07:34
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Welthandel
Protektionismus nicht gut für Schweiz
SNB-Chef Thomas Jordan warnt vor den negativen Folgen von US-Schutzzöllen und einem möglichen Handelskrieg. «Das ist ein grosses Risiko», sagte Jordan in einem Gespräch mit Radio SRF vom Donnerstag.

Denn die Schweiz sei abhängig davon, dass die Weltmärkte offen blieben. «Wenn Zölle oder nicht-tarifäre Hindernisse aufgebaut würden, wäre das nicht gut für die Schweiz», sagte Jordan. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) verfolge daher die laufende Debatte sehr genau. US-Präsident Trump hatte vergangene Woche Strafzölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium beschlossen. Die EU prüft derzeit Vergeltungsmassnahmen.

«Wir hoffen natürlich, dass die Vernunft obsiegt und dass solche Entwicklungen Richtung Protektionismus nicht Oberhand bekommen», sagte Jordan. Laut dem SNB-Chef besteht aber «ein bestimmtes Risiko», dass es zu einem Handelskrieg kommen wird. «Wenn beim Welthandel Sand ins Getriebe kommt, ist das für alle schädlich.» Und dann könnte auch der «sichere Hafen» Schweizer Franken zu einem Thema werden. Dem Franken komme diese Rolle dann zu, wenn die Stimmung an der Finanzmärkten «in den Keller geht», sagte Jordan. «Und das kann durch einen Handelskonflikt ausgelöst werden», betonte er.

Noch gefährlicher sind aber nach Ansicht des SNB-Präsidents geopolitische Risiken. Diese hätten im Falle einer Verschärfung ein noch höheres Potenzial, die Einschätzung der Märkte über Nacht zu verändern. Jordan erwähnte in diesem Zusammenhang die schwelenden Konflikte zwischen Europa und Russland oder zwischen den USA und Nordkorea. «Dann kann der Schweizer Franken als sicherer Hafen wieder relativ rasch gesucht werden», sagte Jordan.

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