3.01.2015 15:39
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Jubiläum
WTO feiert 20-jähriges Bestehen
Die Welthandelsorganisation (WTO) ist 20 Jahre alt. Am 1. Januar 1995 nahm die Nachfolgerin des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) die Arbeit auf.

WTO-Generaldirektor Roberto Azevêdo bezeichnete die von ihm geführte Organisation in einer Mitteilung zum Jahreswechsel als „Bollwerk gegen den Protektionismus“. Offenbar geworden sei ihr Wert im Zuge der Krise von 2008, die weitgehend ohne die protektionistische Panik früherer Krisen stattgefunden habe. „Über die vergangenen 20 Jahre hinweg hat diese Organisation unter dem Strich einen wichtigen Beitrag zur Weltwirtschaft und zu Erleichterungen der Handelsbeziehungen zwischen den Nationen geleistet.

Angesichts der immer stärkeren Verzahnung der globalen Wirtschaft fällt es schwer, sich eine Welt ohne WTO vorzustellen“, so Azevêdo, der im Verlauf von Spannungen während des vergangenen Jahres mehrmals nicht nur vor einem Scheitern der Doha-Verhandlungen, sondern auch des multilateralen Handelssystems insgesamt gewarnt hatte. Seit 1995 seien zu den Gründungsmitgliedern 33 weitere Staaten hinzugekommen, die von manchen der weltgrößten Volkswirtschaften zu einigen der am wenigsten entwickelten Ländern reichten. Mittlerweile bestehe die WTO aus 160 Mitgliedern, die zusammen für 98 % des weltweiten Handels stünden.

Schneller Fortschritte erzielen

Der Brasilianer erinnerte an bisherige Erfolge der WTO, insbesondere das Ende 2013 geschnürte und erst vor wenigen Wochen formell bestätigte Bali-Paket, das als Meilenstein auf dem Weg zum Abschluss der Doha-Runde gilt. Dennoch bleibe der langsame Verhandlungsfortschritt eine Quelle der Frustration. „Für die Zukunft wissen wir, dass wir mehr Ergebnisse liefern müssen, und auf schnellere Weise“, räumte Azevêdo ein. Ferner sei man sich bewusst, dass die ärmsten Mitgliedstaaten noch immer nicht ausreichend in das Handelssystem eingebunden seien. Deshalb müsse man ihnen besser helfen, damit sie vom Nutzen des Systems auch wirklich profitieren könnten. Der Generaldirektor wies darauf hin, dass das nächste WTO-Gipfeltreffen im Dezember 2015 erstmals in Afrika abgehalten werde, nämlich in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Änderungen der US-Agrarpolitik zusammengefasst

Unterdessen veröffentlichte die WTO einen aktuellen Überblick über die Handelspolitik der USA. Darin wird auch dem Anfang 2014 verabschiedeten neuen Farm Bill gebührende Beachtung eingeräumt. Erläutert werden in dem Bericht zentrale Änderungen gegenüber der vorangegangenen Regelung, beispielsweise die Streichung der milliardenschweren landwirtschaftlichen Direktzahlungen zugunsten einer Aufstockung des „Risikomanagement-Programms“. Gleichzeitig wurde die Preisstützung für Milchprodukte aufgegeben, um einer Versicherungsbeihilfe Platz zu machen, mit der Milcherzeuger Bruttomargen absichern können.

Die WTO bescheinigt den USA, ihre Agrarpolitik seit der 1994 zu Ende gegangenen Uruguay-Runde beträchtlich geändert zu haben. Washington habe die Stützung des Sektors absolut und den Anteil der besonders handelsverzerrenden Maßnahmen verringert, und zwar stärker als im Durchschnitt der Mitglieder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die WTO bestätigte, dass die Vereinigten Staaten im internationalen Vergleich ein besonders niedriges Niveau der Agrarstützung aufwiesen, nämlich lediglich 7 % im Jahr 2012, gemessen am Anteil der Bruttofarmeinkünfte.

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