11.06.2015 08:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Genf
WTO: Generaldirektor um Image besorgt
Der Generaldirektor Roberto Azevedo will das Image der Welthandelsorganisation (WTO) aufpolieren. Über die WTO gebe es viele falsche Vorstellungen sagte der Brasilianer am Mittwoch in Genf.

Azevedo sprach vor dem Swiss Presse Club am Mittwoch in Genf. Zur Feier des 20. Geburtstags öffnet die WTO am nächsten Sonntag am Hauptsitz in Genf ihre Türen der Öffentlichkeit und zeigt ihre neuen Gebäude von innen.

Mehr Transparenz

«Die Öffentlichkeit hat viele falsche Vorstellungen über die WTO. Wir müssen diese Wahrnehmung ändern. Transparenz ist der beste Weg, es zu tun», sagte der WTO-Direktor.

Die WTO sei nicht befugt, die Länder zu zwingen, neue Disziplinen akzeptieren. «Ich kann mit dem erhobenen Finger auf ein Land zeigen. Wenn ich dies tue, ich bin tot», sagte Azevedo. «Es sind die Mitglieder, die entscheiden.» Ihm zufolge ist es noch ein langer Weg, um das Bild der WTO als Polizist des internationalen Handels zu korrigieren.

Entscheidendes Jahr für WTO

Nacht Ansicht von Azevedo ist 2015 ein entscheidendes Jahr für die WTO. «Wir müssen die Zustimmung der Bali-Konferenz über globale Handelserleichterungen in Kraft setzten. Das Inkrafttreten hängt jedoch von der Ratifizierung des Abkommens durch zwei Drittel der 161 Mitgliedsländer ab.

Weiter müssten die an der Bali-Konferenz vereinbarten Ausnahmen und Präferenzen der Entwicklungsländer berücksichtigt werden. Und an der Konferenz in Nairobi im Dezember werden die WTO-Mitgliedsländer einen neuen Versuch starten, die 2001 lancierte Doha-Runde abzuschliessen, wie Azevedo sagte.

Doha: Keine Annäherung in Sicht

Der politische Wille zum Abschluss der Doha-Pakets sei jedoch weiter nicht vorhanden. Am vergangenen Wochenende habe er an die G7-Führer appelliert, diesem Thema eine grössere Priorität in ihrer Agenda beizumessen, doch bislang gäbe es keine Annäherung.

Zentrales Ziel der Doha-Runde ist die Verbesserung der Lage der Entwicklungsländer im Welthandel, unter anderem mit einer Marktöffnung im Bereich der Landwirtschaft. Zu einem Verhandlungsabschluss kam es aber aufgrund unterschiedlicher Ansichten der WTO-Mitglieder bisher nicht.

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