Donnerstag, 25. Februar 2021
25.01.2021 07:34
Österreich

A: Landwirte können Verlustersatz beantragen

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Von: aiz

Das Gesamtvolumen beträgt 60 Mio. Euro (64,5 Mio. Fr.).  Anträge für Verlustersatz können Landwirtinnen und Landwirte ab dem 15. Februar stellen. So sollen Ausfälle wegen der Pandemie teilweise aufgefangen werden.

«2020 war ein herausforderndes Jahr für die österreichische Landwirtschaft. Zusätzlich zu oftmals ohnehin schwierigen Rahmenbedingungen hat die Corona-Krise einzelne Branchen, vor allem durch die Schliessung der Gastronomie und Hotellerie, besonders schwer getroffen. Zum Teil sind die Umsatzeinbussen und Verluste existenzbedrohend», sagte die österreichische Agrarministerin Elisabeth Köstinger.

Bis 70 Prozent

Mit dem Verlustersatz für indirekt Betroffene in der Landwirtschaft werde eine wirksame Massnahme zu Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern eingesetzt, so die Ministerin weiter. Das Gesamtvolumen dieses Verlustersatzes beträgt 60 Mio. Euro (64,5 Mio. Fr.).

Einkunftsverluste aufgrund COVID-bedingter Einnahmenausfälle können damit teilweise ersetzt werden. Diese Unterstützungsmassnahme wurde in intensiven Verhandlungen des Agrarressorts mit Vertretern der Landwirtschaftskammer und des Bauernbundes geschaffen und kann ab 15. Februar 2021 beantragt werden.

Die Betriebe und Betriebszweige in der österreichischen Landwirtschaft sind unterschiedlich hart durch die Corona-Krise vom Einbruch ihrer Absatzmöglichkeiten betroffen. Der Verlust wird für die Betriebszweige einzeln pauschal berechnet. Übersteigt dieser pauschal errechnete Verlust eine bestimmte Höhe, werden 70% des errechneten Verlustes als Förderung gewährt.

Voraussetzungen für den Verlustersatz

Für die Beantragung dieser Unterstützung gelten folgende Voraussetzungen: Der landwirtschaftliche Betrieb hat im Betrachtungszeitraum von Oktober 2020 bis März 2021 einen entsprechenden Verlust erlitten. Ein Verlust von zumindest 30% des Deckungsbeitrages ist Voraussetzung für den Zuschuss (für die Weinwirtschaft gibt es ein eigenes Berechnungsmodell).

70% des pauschal ermittelten Einkunftsverlustes werden als Zuschuss gewährt. Es handelt sich dabei um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Die beihilfenrechtliche Grenze der EU liegt bei maximal 100’000 Euro (107’700 Fr.) für jeden landwirtschaftlichen Primärproduzenten. Die Beantragung und Abwicklung dieser Massnahme erfolgt über die Agrarmarkt Austria (AMA).

«Stehen zu bäuerlichen Familienbetrieben» 

«Viele Bäuerinnen und Bauern sind massiv von einbrechenden Absätzen betroffen. Sie brauchen unsere Hilfe. Mit dem Verlustersatz für indirekt betroffene Betriebe lindern wir existenzielle Nöte und fangen die grössten Verluste auf. Wir stehen zu unseren bäuerlichen Familienbetrieben – gerade in schwierigen Zeiten. Die Hilfen sollen möglichst schnell, einfach und direkt bei den betroffenen Betrieben ankommen», betonte Köstinger.

Schweinebauern und Weinwirtschaft seien besonders stark betroffen, grosse Verluste gebe es aber auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen. Der Verlustersatz könne von allen Landwirten beantragt werden, die unter den entsprechenden Verlusten massiv leiden.

«Viele Bäuerinnen und Bauern sind massiv von einbrechenden Absätzen betroffen», sagte Elisabeth Köstinger, österreichische Ministerin für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus.
Parlamentsdirektion/Johannes Zinner

Wirksame Hilfe, um Produktion zu gewährleisten 

«Die Landwirtschaft ist eng mit der Gastronomie, dem Tourismus und der gesamten Lebensmittelindustrie verflochten. Sie stellt die Grundprodukte für diese wichtigen, aber von der Corona-Krise enorm betroffenen Wirtschaftszweige zur Verfügung. Die Krise trifft daher die Landwirtschaft ebenso heftig, insbesondere pauschalierte bäuerliche Betriebe. Nun hilft die Bundesregierung mit dem Verlustersatz besonders betroffenen Bäuerinnen und Bauern», begrüsste Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, diese Massnahme.

«Wir bieten all jenen landwirtschaftlichen Branchen, die besonders schwer unter Absatz- und Einkommensproblemen als Folge der Corona-Krise leiden, Hilfe an und unterstützen unsere Betriebe dabei, die Produktion auch weiterhin zu gewährleisten», so Moosbrugger.

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