Sonntag, 18. April 2021
25.02.2021 07:34
Österreich

A: Landwirtschaftliche Einkommen steigen wieder

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Von: aiz

Trendwende bei den österreichischen Bauern: Nach Einbussen in den Jahren 2018 und 2019 zeichnet sich bei den Einkommen aus landwirtschaftlicher Tätigkeit für 2020 eine positive Entwicklung ab. 

Laut der zweiten Vorschätzung im Rahmen der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) von Statistik Austria erhöhte sich das durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft (gemessen als Faktoreinkommen, d. h. als Nettowertschöpfung zu Faktorkosten) im Vorjahresvergleich real um 5,4%, nach einem Rückgang um 5,8% im Jahr zuvor.

Plus dank Pflanzenbau

Ausschlaggebend für das Einkommensplus gegenüber 2019 war vor allem der Anstieg des Produktionswerts des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereiches. «Im Jahr 2020 sind die Agrareinkommen in Österreich Schätzungen zufolge real um 5,4% gestiegen. Zur Zunahme des Produktionswerts trug vor allem die pflanzliche Erzeugung bei, während es in der Rinder- und Schweineproduktion aufgrund der Corona-Krise Absatzprobleme und Preisrückgänge gab», so Statistik Austria-Generaldirektor Tobias Thomas .

Gemäss den vorläufigen Berechnungen generierte die österreichische Landwirtschaft 2020 einen Produktionswert von rund 7,7 Mrd. Euro (8,5 Mrd. Fr) (+3,2%). Die in der Einkommensberechnung berücksichtigten öffentlichen Gelder wurden auf rund 1,5 Mrd. Euro (1,65 Mrd. Fr.) (+0,3%) beziffert. Die Aufwendungen für Vorleistungen, Abschreibungen und sonstige Produktionsabgaben wurden auf rund 6,6 Mrd. Euro (7.3 Mrd. Fr.) (+1,9%) geschätzt.

Faktoreinkommen

Für das landwirtschaftliche Faktoreinkommen, welches die Entlohnung der in der Landwirtschaft eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Arbeit von Familien- und Fremdarbeitskräften sowie Kapital misst, ergibt sich damit ein Anstieg um 4,9% auf rund 2,6 Mrd. Euro (2,87 Mrd. Fr.).

Je Arbeitskraft fiel der Einkommenszuwachs wegen des fortschreitenden Strukturwandels höher aus als für den landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich insgesamt. Bei einem Rückgang des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes von 1,8% betrug der Anstieg je Arbeitskraft nominell 6,8 beziehungsweise real 5,4%. 

Einbussen in tierischer Produktion 

Zur Zunahme des Gesamtproduktionswerts der heimischen Landwirtschaft im Jahr 2020 trug die pflanzliche Erzeugung massgeblich bei. Wertmässige Zuwächse, etwa bei Getreide, Obst und Futterpflanzen, liessen den pflanzlichen Produktionswert laut Statistik Austria voraussichtlich um 7,6% auf rund 3,4 Mrd. Euro (3,76 Mrd. Fr.) steigen. Auf Frühjahrsfröste und eine ausgeprägte Frühjahrstrockenheit folgten ab dem Frühsommer ausreichend Niederschläge, sodass das pflanzliche Produktionsvolumen höher als im Vorjahr ausfiel.

Eine Ausnahme bildete der Obstbau, welcher von starken Frostschäden betroffen war. Die Produzentenpreise für pflanzliche Produkte erhöhten sich laut vorläufigen Berechnungen und Schätzungen durchschnittlich um 2,8%. Die Preisentwicklung fiel allerdings von Produkt zu Produkt recht unterschiedlich aus, mit höheren Preisen vor allem für Frischobst und hohen Einbussen bei Kartoffeln.

Der Wert der tierischen Erzeugung betrug rund 3,6 Mrd. Euro (3.97 Mrd. Fr.) (-0,6%). Absatzprobleme und ein Preisminus infolge der Corona-Pandemie führten zu einem deutlichen Rückgang des Produktionswerts von Rindern sowie Einbußen in der Schweineproduktion. Positiver fiel die Entwicklung – mit einem leichten wertmäßigen Anstieg infolge höherer Preise – in der Milchproduktion aus, so Statistik Austria.

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