Samstag, 6. März 2021
19.01.2021 08:52
Österreich

A: Regionale Qualitätsproduktion stärken

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Von: AgE

Zur Stärkung der Produktion regionaler Lebensmittel will Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger einen „Österreich-Pakt“ von Landwirten, Verarbeitungsbetrieben, Handel und Konsumenten für mehr Wertschätzung, mehr Wertschöpfung und mehr Regionalität schmieden und zudem gezielte Vermarktungsoffensiven starten. 

Das hat die Ressortchefin bei einem virtuellen Pressegespräch angekündigt, an dem auch der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, und Bauernbund-Präsident Georg Strasser teilnahmen. Konkret will Köstinger unter anderem neue Absatzmärkte für regional erzeugtes Kalbfleisch aufbauen. Derzeit würden fast 60 % des Kalbfleischs importiert.

„Wir versuchen, Mastplätze in Österreich aufzubauen, wodurch der Selbstversorgungsgrad erheblich steigen soll“, so die ÖVP-Politikerin. Auch in anderen Bereichen, etwa bei Obst- und Gemüse, werde eine Steigerung des Selbstversorgungsgrades angestrebt. Es liege an den Konsumenten, dass sie auch zu diesen Produkten griffen.

Herkunftsbezeichnung als obligatorisch gefordert

Der „österreichische Weg“ werde im nationalen Strategieplan der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) jedenfalls seinen Niederschlag finden, betonte die Ministerin. Moosbrugger erklärte, „regional versorgen, ist denken an morgen“. Regionale bäuerliche Qualitätsprodukte und die damit verbundenen Mehrleistungen bis hin zu Arbeitsplätzen müssten gesamthaft in den Fokus gestellt werden, unterstrich der Kammerpräsident.

Er bekräftigte zudem seine Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Fleisch, Milch und Eiern bei verarbeiteten Lebensmitteln und in der Gemeinschaftsversorgung. Strasser kündigte an, dass es regelmäßig einen Bauernbund-Regionalitäts-Check bei Produkten im Lebensmitteleinzelhandel geben werde. Den Anfang habe die Butter gemacht; Schweine- und Rindfleisch würden demnächst im Fokus stehen.

Faire Preise im Interesse aller

Derweil stellte der Handelsverband fest, dass eine faire, von gegenseitiger Wertschätzung geprägte Zusammenarbeit entlang der Lebensmittelkette in Österreich „längst gelebte Realität“ sei. Der Handel stehe für Gespräche für einen „Österreich-Pakt“ zur Verfügung. Sowohl die Landwirtschaft als auch der Lebensmittelhandel hätten ein Interesse daran, dass es faire Preise gebe.

Der Handel arbeite daher mit wertvollen Initiativen wie „Land schafft Leben“, „Lebensmittel sind kostbar“ oder der „Supply Chain Initiative“ zusammen, um unter anderem die 165’000 Bauernhöfe im Land bestmöglich zu unterstützen, so der Verband. Die Plattform „Lebensmittel.

Wert stärker vermitteln

Wertschätzen.“ verfolge das Ziel, den Dialog zu strukturieren und den Wert heimischer Lebensmittel stärker zu vermitteln, damit diesen beim täglichen Einkauf der Konsumenten ein noch höherer Stellenwert beigemessen werde.

Um den österreichischen Lebensmitteln auch ihren verdienten Wert zu geben, sei es wesentlich, von der Preisdiskussion wegzukommen und eine Kaufentscheidung zugunsten regionaler Lebensmittel zu unterstützen, erklärte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Er wies ferner darauf hin, dass sich der Lebensmittelhandel als erste Branche verpflichtet habe, den Fairnesskatalog der Bundeswettbewerbsbehörde vollinhaltlich einzuhalten. Darüber hinaus sei bereits 2018 mit dem Landwirtschaftsministerium eine eigene Ombudsstelle konzipiert worden, um einzelne Herausforderungen auf direktem Weg lösen zu können. „Wir hoffen“, so Will, „dass die Ombudsstelle als Erstanlaufstelle wie angekündigt noch 2021 eingerichtet werde“. 

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