Donnerstag, 4. März 2021
13.02.2021 08:23
Freihandel

«Abkommen schadet indonesischen Bauern»

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Von: sda

Mehrere Nichtregierungsorganisationen (NGO) in Indonesien haben sich gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen ihrem Land und der Schweiz wie auch der Efta ausgesprochen und sich mit einem offenen Brief ans Parlament in Jakarta gewandt. 

Ihr Haupteinwand: Vor allem die pharmazeutische und agrochemische Industrie würden profitieren, die Bevölkerung aber unter Preisanstieg leiden.

Bäuerliche Landwirtschaft bedroht

Betreffen würde ein solcher Preisanstieg unter anderem Medikamente, heisst es in einer Mitteilung von 16 Organisationen der indonesischen Zivilgesellschaft vom Freitag. Unter den NGO sind etwa Indonesia for Global Justice, die Frauenorganisation Solidaritas Perempuan (Women›s Solidarity of Human Rights), die Fischervereinigung The People›s Coalition for Fisheries Justice oder der Bauernverband Serikat Petani Indonesia (Indonesian Peasant Union).

Der strengere Sortenschutz beim Saatgut verunmögliche zudem die Zucht und den Tausch von eigenem indonesischem Saatgut weitgehend. Das bedrohe die bäuerliche Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit fundamental, auch weil sich die Preise für Saatgut um das Vierfache erhöhen könnten, wie Erfahrungen aus anderen Freihandelsabkommen gezeigt hätten, schreiben die indonesischen Nichtregierungsorganisationen.

Abkommen gefährdet Fischer

Das Freihandelsabkommen gefährdet nach ihrer Einschätzung zudem die Lebensgrundlage der 2,7 Millionen Fischer, da 80 Prozent des norwegischen Fischexports nach Indonesien zollbefreit würden.

Die 16 Organisationen kommen zum Schluss, dass das Freihandelsabkommen ihrem Land keine konkreten wirtschaftlichen Vorteile bringen würde, sondern Indonesien Gefahr liefe, seinen natürlichen Reichtum und seine biologische Vielfalt zu verlieren. Dieses Abkommen würde der Mehrheit der indonesischen Bevölkerung schaden.

Am 7. März entscheidet das Schweizer Stimmvolk über ein Freihandelsabkommen der Efta (Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen) mit Indonesien. Einer der Streitpunkte ist Palmöl, ein Rohstoff, der zum Beispiel in der Nahrungs- oder Waschmittelindustrie verwendet wird. Vor allem Schweizer Umweltorganisationen kritisieren den grossflächigen Anbau von Ölpalmen für die Palmölproduktion, weil das zur Abholzung des Regenwaldes führe.

6 Responses

    1. Hoi Maja
      Dafür haben wir das Schengen-Abkommen. Wir müssen nur schauen, dass sie nicht direkt mit dem Flugzeug kommen, dann sind die anderen Europäischen Länder für die Flüchtlinge zuständig. Zudem haben wir ein Asylrecht, das in der Schweiz keine ‚Wirtschaftsflüchtlinge‘ zulässt… Merkst du was??? 🙁
      Vielleicht sollte die Schweiz aufhören, so einseitige und kurzsichtige billaterale Verträge abzuschliessen?!

    2. Wir sind nicht für die Migration der Indonesier verantwortlich. Zumal es sich bei den Palmölmengen für die Schweiz um 0.4% der indonesischen Produktion handelt.

  1. Mir diesem Freihandelsabkommen verlieren die Meisten: die indonesischen Kleinbauern, die schweizerischen Ölsaatproduzenten, das Klima und die Menschenrechte. Nachdem ich die Argumente der Befürworter gelesen habe, so ist mir klar geworden, dass es mittelfristig auch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen in der Schweizer Industrie kommen wird, sobald in Indonesien genügend Know-How aufgebaut wurde. Dort kann zu einem Bruchteil der Kosten produziert und in die Schweiz reimporiert werden. Also Nein.

    1. Das Klima verliert? Wenn Sie, Herr Lattmann, unreflektiert die Behauptung der Klimaerwärmung durch menschengemachtes CO2 meinen, dann irren Sie sich. Es könnte bald fertig sein mit der Erwärmung. Die Sonnenaktivität nimmt ab, damit auch die Temperaturen auf der Erde. Das CO2 hat – wenn überhaupt – einen minimen Einfluss.

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