Freitag, 23. Juli 2021
14.06.2021 10:09
Abstimmungen

Agrarinitiativen: Stimmvolk skeptischer als früher

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Von: sda

Das Stimmvolk hat am Sonntag bei drei der Vorlagen ähnlich abgestimmt wie bei thematisch verwandten Sachgebieten in der Vergangenheit. Bei der Pestizid- und der Trinkwasserinitiative zeigte es sich indes deutlich skeptischer als bei früheren Gelegenheiten.

1989 war die Initiative «Für ein naturnahes Bauern» (Kleinbauern-Initiaive) nur knapp mit 48,9 Prozent Ja-Stimmen unterlegen. 1996 wurde dann der Landwirtschaftsartikel – der Gegenentwurf der Bundesversammlung zur Volksinitiative «Bauern und Konsumenten – für eine naturnahe Landwirtschaft» deutlich mit 77,6 Prozent Ja begrüsst.

Und auch das Gewässerschutzgesetz fand 1992 mit 66,1 Prozent Ja eine komfortable Mehrheit. Ganz anders jetzt die Pestizid- und Trinkwasserinitiativen, die mit nur 39,4 respektive 39,3 Prozent Zustimmung klar in den Senkel gestellt wurden.

Vertrauen in Terrorbekämpfung…

Mit seinen übrigen Entscheiden bestätigte der Souverän indes seine bei früheren Gelegenheiten gezeigte Haltung: Das Bundesgesetz über polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus (PMT), welches gleichsam das Nachrichtendienstgesetz von 2016 ergänzt, wurde mit einer Mehrheit wie dieses akzeptiert: mit 56,6 gegenüber damals 65,5 Prozent Ja.

Die Warnungen von Gegnern wie etwa Greenpeace vor Menschenrechtsverletzungen wurden vom Stimmvolk ebenso in den Wind geschlagen wie 1998 die «S.o.S.-Initiative ‹Schweiz ohne Schnüffelpolizei›. 75,4 Prozent der Abstimmenden waren damals dagegen, stellten sich also hinter die verschärften Überwachungsmassnahmen.

…und Pandemie-Massnahmen

Fast dasselbe ist beim Covid-19-Gesetz zu beobachten: Als Ergänzung zum Epidemiengesetz von 2013 (Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen) vermochte es 60,2 Prozent des Souveräns zu überzeugen. Das sind praktisch gleichviel wie 2013 das Epidemiegesetz, für das 60 Prozent ein Ja in die Urne legten.

Dass sie aber nicht bereit sind, für das Klima allzu grosse persönliche Entbehrungen und wirtschaftliche Einbussen in Kauf zu nehmen, haben die Stimmberechtigten mit der Ablehnung des CO2-Gesetzes betont – wenn auch nur knapp mit 51,6 Prozent Nein. Es war bei weitem nicht das erste Mal: Im Jahr 2000 wurden drei Vorlagen zur Besteuerung von nicht erneuerbaren Energien mit 52 bis 79 Prozent Nein abgelehnt.

Klimaschutz ja, aber es darf nicht wehtun

2001 scheiterte die Initiative «Energie statt Arbeit besteuern» mit 77,1 Prozent Nein. Und 2015 wurde die Initiative «Energie- statt Mehrwertsteuer» entrüstet von 92 Prozent abgelehnt; es war das klarste Nein seit der Einführung des Frauenstimmrechts. Mit 58,2 Prozent Ja zum Energiegesetz sagten die Abstimmenden 2017 immerhin «Adieu» zum Atomstrom.

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11 Responses

  1. 1. Agrarinitiativen
    Diesmal ging es um die Existenz der Bauern und die Bauern haben das auch gemerkt und sich erfolgreich gegen die Anschläge der Sozialisten gewehrt. Daher das deutliche Resultat zu den Agrarinitativen.
    2. CO2-Gesetz
    Das Wetter half uns (den Gegner des Gesetzes) und ein NEIN ist die einzige vernünftige Antwort auf diesen chin.-kommunistischen Anschlag auf unsere Wirtschaft.
    3. Covid-Gesetz
    Hier hat die Lüge von BR Berset verfangen. Es ging nicht um Zahlungen an die Geschädigten,

  2. … sondern es ging um die Bevollmächtigung des Bundesrates für die (unsinnigen) Covid-Massnahmen. Hier wird ein zweites Referendum gegen diese Anmassung des Bundesrates gestartet.
    4. Antiterror-Gesetz: Hier wurden die Bürger falsch informiert, und haben somit auch falsch oder naiv abgestimmt. Das Antiterror-Gesetz kann nämlich als Gesetz gegen die unliebsamen Bürger verwendet werden.
    Genau wir beim Epidemiegesetz von 2013, das harmlos daherkam und nun als Ermächtigungsgesetz für den Bundesrat

  3. … dient (zum Schaden von Volk, Wirtschaft und Zusammenleben), so kommt auch das Antiterrorgesetz als harmlos für unbescholtene Bürger daher, kann aber – wie das Epidemiegesetz im heute und jetzt – leicht von den Behörden missbraucht werden.
    Wenn die Leute wirklich informiert gewesen wären (wenn es eine wirklich heisse Debatte gegeben hätte), hätte die Bevölkerung – aus Vernunft – NEIN sagen müssen zu diesem Ermächtigungsgesetz für die Polizei.

  4. Wir nehmen Mineralwasser zum Kochen im Mittelland. Ich will nicht in 30-40 Jahren Krebs haben, wegen der Pestizid-Abbauprodukte. Es ist etwas wie in den Ferien, so zu kochen. Alles top!

    1. Sie kochen so, wegen der Angstmache.
      Chlorothalonil ist schon verboten und wäre durch die Annahme der TWI und PI nicht plötzlich aus dem Trinkwasser verschwunden.
      Ausserdem wurden die Abbauprodukte von Chlorothalonil vom BAFU als krebsgefährlich eingestuft (100fache Verschärfung des Grenzwertes!), obwohl sie das gemäss wiss. Erkenntnissen nicht sind.
      Die gleiche Panikmache findet ja auch beim Covid statt. Dadurch lassen sich die Leute gar impfen, was ihnen dann wirklich die Gesundheit raubt.

    2. 99% aller chemischen Fremdstoffe kommen NICHT aus der Landwirtschaft. Das haben Messungen des Rheinwassers ergeben. T.Egger: Es ist einfach, auf den Bauern herumzuhacken. Sie können ja jetzt schon Bio-Produkte oder pestizid-frei-produzierte Produkte kaufen. Machen Sie das?
      Merken Sie nicht, dass alle 5 nationale Vorlagen gegen die Freiheit und die Wirtschaft gerichtet waren und dass schon die Annahme der zwei Vorlagen unsere Freiheit einschränken wird?

    3. Frage mich gerade wie alt sie sind… könnte es sein dass sie in 30-40 jahren im greisenalter sind und so oder so sterben…
      Ihre Aussage ist lächerlich! Sie müssten 150lt /kg körpergewicht /tag trinken u schäden zu haben.. bedeutet in meinem fall 13000lt täglich

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