Samstag, 23. Januar 2021
23.01.2016 08:42
St.Gallen

Bauen in der Landwirtschaftszone

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Von: Adi Lippuner

Die Organisatoren der Lichtensteiger Tagung stellen jeweils jedes Jahr ein Thema in den Mittepunkt. Heuer war es «Bauen in der Landwirtschaftszone», ein Anliegen, das bei den Betroffenen Emotionen weckt.

Auch wenn der Name «Lichtensteiger Tagung» beibehalten wird, der Christliche Bauernbund (CBB) führte seine Tagung bereits das zweite Mal in der Toggenburger Markthalle durch. «Dies aus logistischen Gründen und wir fühlen uns hier sehr gut aufgehoben,» betonte Präsident Jakob Büchler.

Interessierte aus dem ganzen Kanton fanden den Weg nach Wattwil, um sich aus erster Hand informieren zu lassen. Damit der Referent dem umfassenden Thema gerecht werden konnte, erhielt Jakob Ruckstuhl, Leiter der Abteilung Bauen ausserhalb Bauzonen beim Amt für Raumentwicklung und Geoinformation des Kantons St.Gallen, viel Zeit für seine Ausführungen.

Rechtliche Aspekte

Nach knapp zwei Stunden und 35 durchgearbeiteten Folien waren sowohl die gut 70 Anwesenden als auch der Referent dankbar für eine Pause. Denn eines gleich vorweg: Geht es ums Bauen in der Landwirtschaftszone, müssen nicht nur die rechtlichen Aspekte beachtet werden. Umweltschutzorganisationen wie die Stiftung Landschaftsschutz, der WWF, Pro Natura und der Heimatschutz können Einspruch erheben, eine Tatsache, die von vielen Betroffenen kritisiert wird. «Einsprache machen beruht auf geltendem Recht, allfällige Schadenersatzforderungen haben keine Chance», so Jakob Ruckstuhl, der nicht nur Amtsleiter, sondern auch Jurist ist.

Zu berücksichtigen gelte es auch, dass bei neuen Bauvorhaben allenfalls «Sünden» vergangener Jahre zum Vorschein kommen. «Es kann sich um widerrechtlich erstellte Bauten, Terrainveränderungen, Mauern oder innere Veränderungen handeln»,  erklärte der Referent. Oft könne nach Information an die Gemeinde eine nachträgliche Bewilligung erteilt werden, oder es müsse ein Rückbau verfügt werden. «Jeder Fall ist individuell und muss auch so beurteilt werden.»

Klare Trennung

Das für den Nachmittag angesagte Streitgespräch zwischen dem Amtsleiter und einem Vertreter oder einer Vertreterin des WWF entfiel. «Trotz mehrmaliger Bemühungen stellte sich niemand für eine Teilnahme zur Verfügung»,  liess Jakob Büchler die Anwesenden wissen. Jakob Ruckstuhl betonte, dass die «Gesprächskultur» zwischen den Umweltschutzorganisationen und seinem Amt als gut bezeichnet werden könne.

Im Grundsatz sei das Baugesetz einfach, betonte Jakob Ruckstuhl. «Es gibt die klare Trennung zwischen Baugebiet und Nicht-Baugebiet, und in der Landwirtschaftszone steht die Frage ‹zonenkonform oder Ausnahmebewilligung› im Fokus.» Der Tipp des Fachmanns an zukünftige Bauherren: «Ganz wichtig ist es, sich vorgängig beraten zu lassen. Sei dies durch die umfassend informierten landwirtschaftlichen Berater, durch Mitarbeitende des Gemeindebauamts, durch Planer oder mittels einer Anfrage bei unserem Amt.»

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