Donnerstag, 30. Juni 2022
18.05.2022 12:20
Fütterung

Biertreber als Kraftfutter sorgt für Unverständnis

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: hal

Der Bundesrat hat die Kleie und den Biertreber von der Liste der Grundfuttermittel in die Liste der Kraftfuttermittel transferiert. Dieser Entscheid sorgt bei einigen Milchbauern für Kopfschütteln.

Neu sollen auch Kraftfutter meldepflichtig werden nebst den stickstoff- und phosphorhaltigen Düngern. Das hat der Bundesrat im Rahmen der parlamentarischen Initiative des «Bundesgesetzes über die Verminderung der Risiken durch den Einsatz von Pestiziden» entschieden.

Werden meldepflichtig

Und neu zählen die Futtermittel Kleie und Biertreber zu den Kraftfuttermitteln und nicht mehr zu den Grundfuttermitteln. Das bedeutet, dass auch Kleie und Biertreber meldepflichtig werden. Das sorgt bei einigen Milchbauern für Unverständnis.

Diese Milchbauern sind der Meinung, dass mit diesem Bundesratsentscheid und mit der Kraftfutter-Offenlegungspflicht ihre verfütterten Kraftfuttermengen in die Höhe gehen werden. Um nicht hohe Kraftfuttermengen deklarieren zu müssen, würden wohl anstelle der energieschwachen Futtermittel Kleie und Biertreber zum Teil importierter Futterweizen und Soja eingesetzt, befürchten sie. Kleie und Biertreber würden wiederum in den Biogasanlagen landen.

System des Bundes

Diese Sorgen kann das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) nicht nachvollziehen. Auf Anfrage wird zuerst festgehalten, dass die künftige Mitteilungspflicht über das vom Bund zu betreibende System für ein digitales Nährstoff- und Pflanzenschutzmittelmanagement (dNPSM) umgesetzt werden soll. Meldepflichtig sind die Abgeber, d.h. in der Regel der Handel.

Und dann der Schlüsselpunkt: «dNPSM wird nicht nur zu den Mengen, sondern auch bezüglich der Gehalte Transparenz schaffen.» Diese Transparenz bei den Gehalten dürfte demnach nicht dazu führen, dass Kleie und Biertreber durch andere Kraftfutter ersetzt werden.

Keine Änderung bei GMF

Kleie und Biertreber zählten aufgrund der Tatsache, dass es sich nicht um betriebseigenes Futter handelt, nicht zum Grundfutter, hält das BLW weiter fest.

Gemäss Verordnungspaket wird das Programm graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion (GMF) vorderhand jedoch unverändert fortgeführt. Und da zählt beispielsweise Biertreber zum Grundfutter.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Der Preisanstieg solle sowohl im Handel als auch in der Direktvermarktung erfolgen. - Stephan Jaun-Pfander Die Alpkäsekommission fordert die Produzenten in der ganzen Schweiz auf, die Alpkäsepreise gegenüber dem Vorjahr…

Politik & Wirtschaft

Jann Ambühl und seine Frau Hanny gründeten mit Karin und Jann Ehrensperger eine Betriebszweiggemeinschaft. - zvg Zwei Familien planen gemeinsam im Berggebiet von Davos Frauenkirch (GR) einen neuen Laufstall, der…

Politik & Wirtschaft

Lösungen für den dringend notwendigen ökologischen Wandel in der Landwirtschaft. - Pixabay Eine Woche vor Wiederaufnahme der sistierten Agrarpolitik 22 lanciert Pro Natura mit einer Studie einen neuen Lösungsvorschlag für…

Politik & Wirtschaft

Martin Waelti wird voraussichtlich beim Setzen der Biozuckerrüben bleiben. - Ruth Bossert Anton Waelti gehörte 2001 zu den Pionieren im Anbau von Biozuckerrüben. Trotz grossem Arbeitsaufwand pflegt Sohn Martin Waelti…

8 Responses

  1. Vögte….. Überwachungsstaat…… Schrittweise werden wir Bauern enteignet, bevormundet und versklavt. Dieser momentane Prozess begann vor ca. 30 Jahren mit der Einführung der „Direktzahlungen“. Heute sind die Schikanen und Demütigungen sehr weit gefächert und erstrecken sich über fast alle Departemente des Bundes und der Kantone. Und willige Zwangsvollstrecker sind die „Gesslers“ des BLW in ihrer pompösen neuen Burg und die Lakaien in den Kantonen……

    1. Na dann, schaffen wir die DZ ab und führen die Schweizer Landwirtschaft in eine freie Marktwirtschaft über. Mal schauen wie viele Landwirte dann „enteignet“ werden, weil sie schlicht nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber dem Ausland sind und ihre Lebensgrundlage erst recht verlieren. „Nüt isch gratis“ das gilt halt auch wenn man DZ beziehen will.

  2. BLW sofort abschaffen, ihr seid eine Schande!!!
    Habt ihr eine Suissebilanz von eurer Kacke, die ihr da produziert?
    Langsam schäme ich mich noch Schweizer zu sein.
    Euch ist wirklich der Verstand abhanden gekommen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE