Montag, 17. Mai 2021
14.04.2021 18:02
Umfrage

Bio Suisse: Was halten Sie vom Nein zur Trinkwasser-Initiative?

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Von: blu/sal/sda

Bio Suisse lehnt die Trinkwasser-Initiative ab. Die Nein-Empfehlung für die Abstimmung am 13. Juni wurde an der Delegiertenversammlung beschlossen, nach einer lebhaften Debatte, wie der Verband am Mittwoch mitteilte. Was halten Sie von diesem Entscheid? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit

Mit 73 zu 20 Stimmen bei 5 Enthaltungen beschlossen die Delegierten die Nein-Parole zur Initiative, über die am 13. Juni abgestimmt wird. Die Delegierten folgten damit der Nein-Empfehlung des Vorstandes.

Die Probleme seien unbestritten. «Die intensive Landwirtschaft mit ihrem hohen Einsatz an Pestiziden, Kunstdüngern und importierten Futtermitteln ist nicht nachhaltig», schreibt Bio Suisse in einer Mitteilung von Mittwoch.

Probleme auf Buckel der Bauern lösen

Die Initiative könne die Probleme aber nicht lösen, und sie wolle die Probleme auf dem Buckel der Bauern lösen, so der Vorstand. «Das ist aus Sicht der Bio-Bäuerinnen und -Bauern nicht die richtige Lösung. Seit 40 Jahren entwickelt sich der Biolandbau im Gleichschritt mit dem Bio-Konsum, geht auf die Bedürfnisse der Käuferschaft ein und entwickelt sich weiter. Diesen Weg wollen wir beibehalten», sagte Präsident Urs Brändli.

Die Trinkwasser-Initiative habe Unklarheiten im Text, die zu Unsicherheit und Schwierigkeiten bei Bioproduzenten führen könnten. «Wir haben die Initianten vor der Lancierung der Initiative darauf hingewiesen, leider erfolglos», beklagte Brändli. Er fasste die Kritikpunkte wie folgt zusammen:
– Grünlandbetriebe würden in grosser Zahl auf Bio umstellen, das gebe Preisdruck bei Milch und Fleisch
– «Tierbestand, der mit dem auf dem Betrieb produzierten Futter ernährt werden kann» würde viele Bio-Betriebe einschränken
– Fokussierung auf Landwirte als alleinige Problemverursacher
– Es gibt eine Alternative: die Pestizidinitiative, und hier sage Bio Suisse Ja, so werde den Erwartung der Konsumentinnen und Konsumenten Rechnung getragen

Die Trinkwasser-Initiative habe Unklarheiten im Text, die zu Unsicherheit und Schwierigkeiten bei Bioproduzenten führen könnten, sagte Bio Suisse-Präsident Urs Brändli.
Reiner Schilling

Befürchtet wurde auch, dass nach einem Ja viele Bauernbetriebe auf Direktzahlungen verzichteten, was unter dem Strich zu weniger Ökologie führe. Auch hätten die Initianten vergessen, den Import und den Konsum einzubeziehen. Die Mehrheit der Delegierten befürchten, dass bei einer Annahme mehr Lebensmittel importiert würden.

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern Direktzahlungen erhalten, die auf Pflanzenschutzmittel, vorbeugend oder systematisch verabreichte Antibiotika und zugekauftes Futter verzichten. Auch die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung soll nur unter diesen Bedingungen Geld vom Bund erhalten.

Bio Suisse hätte eine Gegenvorschlag gewünscht

Bio Suisse hatte in eigenen Worten vergeblich für einen Gegenvorschlag zur Initiative oder zumindest eine «mutige Agrarpolitik» plädiert, die die Umstellung auf den Biolandbau erleichtere. Der Bio-Landbau sei eine gute Lösung zur Bekämpfung von Pestiziden.

Die intensive Landwirtschaft, die viele synthetische Pestizide, habe negative Auswirkungen auf die Gesundheit, die Biodiversität, die Wasserqualität und das Klima, hält Bio Suisse fest. Einige der Delegierten erachteten die Trinkwasser-Initiative als einen Ausweg aus der «Sackgasse» und haben diese deshalb unterstützt.

Ja zur Pestizid-Initiative

Thomas Herwig aus Sohyières JU machte sich erfolglos für eine Stimmfreigabe stark. Bio Suisse drohe zum Spielball der Politik zu werden. Der Bio-Landbau sei eine Produktionsform und kein Politikum.

Bereit im November beschloss Bio Suisse ein Ja zur Pestizidverbots-Initiative, über die ebenfalls am 13. Juni abgestimmt wird. Diese beziehe auch Konsumentinnen und Konsumenten und die Produktion von Lebensmitteln in ihre Forderungen ein, schreibt Bio Suisse. Das Begehren sei ein «wichtiger Schritt in Richtung Bioland Schweiz».

-> Einen ausführlichen Artikel zum Entscheid von Bio Suisse gibt es hier

Was halten Sie vom Entscheid der Delegierten? Können Sie die Ablehnung nachvollziehen? Oder ist das Nein der Biobauern nicht nachvollziehbar? Abstimmen und mitdiskutieren

Was halten Sie vom Nein zur Trinkwasser-Initiative?
Die richtige Entscheidung
76%
705
Finde ich nicht gut
23%
213
weiss nicht
1%
13

Die Pestizidverbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pflanzenschutzmittel hergestellt wurden oder die solche ent

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19 Responses

  1. Die Initiaten, der TWI, haben grosse Fehler gemacht in der Formulierung dieser Initiative. Die definition, dass nur noch das selbst produzierte Futter auf dem eigenen Betrieb verwendet werden darf, das ist das fast alle Bauern, ja auch Biobauern, gegen diese Initiative aufbrachten. Es reicht nicht zu sagen, dass dies dann die Politik bestimmen werde wie das ausgelegt werde. Eine Initiative ist eindeutig zu schreiben und aus zu legen und sonst soll sie abgelehnt werden. Selber Schuld

    1. Genau so ist es.
      Das ich absolut kein Futter zu kaufen darf, trifft auch die meisten Biobauern.
      Meine Frau darf nicht einmal mehr 20 Hühner haben, weil sie sonst Hühnerfutter kaufen müsste.
      Such 2 Schweine zur Selbstversorgung geht nicht.
      DUMMHEIT PUR!!!

  2. Dise Initiativen sind so etwas daneben, ich weiß nicht was die Initianten da studiert haben, sie wollen nur die Landwirtschaft in der Schweiz kaputt machen

  3. Bravo! Endlich hat die Bio Suisse die einzig Richtige Antwort auf die Initiativen gegeben. So kann sich Bio weiter abheben. Weiter zähle ich auf die Bio Suisse in Bezug aller Landwirte in der CH. Soldarisch zusammen und nicht bio gegen Konventionell! Nur so können wir alle Landwirte zusammen weiter kommen!

  4. Klar bin ich als Bio Bauer für Nein, aber was mich stört jetzt brauchen die konventionellen unsere stimme da wir alle zusammenhalten müssen. Aber Handkehrum wettern voiele über uns Bio Bauern das wir nur bescheissen und damit habe ich mühe!

    1. Bin öln, aber habe grosse Achtung vor den Biobauern, die Bio aus Überzeugung machen.
      Es gibt hald auch einzelne, die Bio nur wegen dem Geld machen, doch lieber konventionell bauern würden.

  5. Mit dieser Parole hilft Bio Suisse mit das Schweizer Grundwasser weiterhin zu verseuchen.
    Das Schweizer Trinkwasser ist schon stark verseucht und es wird jedes Jahr schlimmer. Wir sehen die konventionellen Bauern im Parlament, die die keleinsten Vortschritte torpedieren.
    Sich da jetzt zurückzulehnen (auf euere Eigeninteressen) und hardcore Parolen auszugeben wird den Bauern insgesamt weiter schaden.

    1. Wave: die Schweiz hat das beste Trinkwasser weltweit und die Qualität hat sich verbessert und nicht verschlechtert. Das ist ein hinterhältiger Angriff vom BAFU, das eine 100fache Verschärfung der Grenzwerte faktisch verschweigt und die Falschmeldung verbreitet, dass wir in der Schweiz ein Problem mit der Trinkwasserqualität hätten. Ist dir schon aufgefallen, dass nie Vergleiche mit anderen Länder angestellt werden? Du redest die Parolen der Linken nach. Hirn einschalten!

    2. Man müsste halt schon etwas genauer hinschauen. Bei der Pestizidinitiative hat Bio Suisse klar die Ja Parole beschlossen. Bei der Annahme der Pestizidinitiative nützt auch ein Verzicht auf Direktzahlungen nichts mehr. Alle müssen darauf verzichten und auch die Importe sind eingeschlossen. Das ist dann wirklich konsequent und nicht bloss eine Verlagerung des Problems ins Ausland.

    3. Und natürlich würden die 2,2 Milliarden Menschen die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben auf diesem Planet die Nase rümpfen ob unserem ach so verseuchtem und untrinkbarem Trinkwasser. (Ironie off)

      1. Wenigstens dürfen sie noch die Pestizide einsetzen, die bei uns längst verboten sind. Wenn sie schon kein sauberes Wasser haben, haben sie wenigstens da keine Einschränkung.

    1. Damit die anderen besser an ihm herumkritisieren können. Da er seit Kindsbeinen von seinem Nationalratsgehalt lebt, hat er gar keine Zeit für Gemüsebau. Andere Frage: Warum braucht Bauernversteher und Milliardär Blocher plötzlich noch eine Rente in Millionenhöhe?

  6. Nur noch was wollte ich sagen die Franziska Herren sol zuerst ihre Haare nicht mehr Färben das ist auch Gift wo im Abwasser fließt.

  7. Es ist noch nie eine Initiative so extrem umgesetzt worden wie es im Text steht. Wenn eine Initiative keine Zähne hat, muss man gar nicht zuerst Unterschriften sammeln. Die Annahme dieser Initiative würde doch viele Positives für unsere Umwelt bringen. Auf Personen herumhacken finde ich schon sehr daneben.

  8. Ich kaufe grundsätzlich nur Bioprodukte, bisher v.a. bei Coop oder direkt im Hoflädeli. Wegen dem NEIN von Biosuisse werde ich meine Einkaufspolitik ändern und 1. alle NEIN-produzenten meiden und künftig mehr ennet der Grenze einkaufen, da gibts Bio zum fairen Preis, keine Coop-Abzockerei. Meine Sympathiewerte für die Schweizer Bauern tendieren gegen 0.

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