Montag, 17. Mai 2021
29.04.2021 18:28
Trinkwasserinitiative

Brändli unsicher, ob Nein-Parole richtig ist

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Von: sal

Manche seien enttäuscht, konsterniert oder zumindest überrascht, dass Bio Suisse, der Dachverband der 7450 Schweizer Knospe-Bauern, vor zwei Wochen die Nein-Parole zur Trinkwasser-Initiative (TWI) beschlossen habe. Das schreibt «Die Zeit» in einem ganzseitigen Beitrag. 

Bio Suisse müsse sich vorwerfen lassen, ihre Ideale zu verraten, aus Angst, das eigene Geschäft mit anderen teilen zu müssen. Urs Brändli, Präsident der Bio Suisse, sagt im Artikel eine Woche nach dem Entscheid: «Wir haben aus bäuerlicher Sicht entschieden. Wenn ich gewusst hätte, wie heftig viele Kunden reagieren, hätte ich vielleicht auf Stimmfreigabe plädiert.»

Brändli sagt auch: «Ich weiss, dass manche den Idealismus von früher vermissen. Aber Bio Suisse ist erwachsen geworden. Man muss heute kein totaler Idealist mehr sein, man darf auch aus pragmatischen Gründen ein Biobauer sein.»

Biolandwirt Martin Ott, TWI-Befürworter, bedauert sehr, dass es ihm nicht gelungen ist, noch mehr Delegierte von der Stimmfreigabe zu überzeugen. Ott kommentiert auch die Stimmfreigabe der Demeter-Bio-Organisation: «Weil auch sie Angst vor der eigenen Vision haben – und vor dem Veränderungsbedarf, den es im Biolandbau gibt.» Ott kritisiert etwa die Haltungsbedingungen der Biohühner. 

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12 Responses

  1. Wenn ich als Biobergbauer nichteinmal 2 Mastschweine für den Eigenbedarf halten darf, weil ich Schweinefutter zukaufen müsste, dann ist die TWI wirklich UNSINN.
    Da muss sich Herr Brändle nichts vorwerfen.

  2. Brändli und Bio Suisse haben mit dem späten Entscheid zur TWI den Druck auf die AP22+ und P-Absenkpfad-Verhandlungen aufrecht erhalten wollen! Hätten sie schon vor einem Jahr die Konsumenten über die negativen Konsequenzen der extremen TWI auch für die Bioproduzenten aufgeklärt, wären diese jetzt nicht so überrascht und konsterniert. Leider müssen jetzt wieder mal die (Bio)Produzenten für die unsäglichen Erpressungsversuche der Verbandsstrategen auf die Verteilung der DZ gerade stehen…

  3. Brändli war schon immer eine Wetterfahne, die sich nach dem gerade vorherrschenden Wind richtet. Er kassiert seine 60’000 und muss so nicht einer Arbeit nachgehen. Coop sponsert auch noch ein wenig, und so lässt es sich gut leben. Auf der Strecke bleiben Integrität, Werteorientierung, Vision ernst nehmen und Kompetenz. Schade, dass ein guter Verband so zu Boden geritten wird. Abwählen werden ihn die mit ihm verbündeten Posteninhaber wohl nicht. Basis ist gefordert, 100 Stimmen sammeln!

      1. Es geht nicht darum etwas besser zu machen sondern einfach aufzuzeigen, wie der Lauf der Zeit ist. Eine ursprünglich gute Idee wird, wenn sie Erfolg hat, immer mehr komerzialisiert, sodass sie sich verbiegen muss, um allen Abhängigkeiten gerecht zu werden. Bioswiss hat den Präsidenten, den es derzeit braucht, was aber auch zeigt, dass es nicht mehr mit der ursprünglichen Bio-Idee zu tun hat.

  4. Die Delegierten haben entschieden und Brändle sollte sich genau so verhalten, anstatt nun Unsicherheit zu zeigen. Lausig war die Kommunikation des Vorstands. Es gibt genügend andere Gründe als Biobauer Nein zu sagen, die glaubwürdiger und akzeptierter wären. Mit dem Mitgliederbrief hat der Vorstand den Biobauern einen Bärendienst getan.

  5. Was Brändli macht, ist der Mehrheit der Delegierten in den Rücken zu fallen. Dabei wäre es seine Aufgabe, die Mehrheit als Verbandspräsident zu stützen, genau so wie es auch der Bundesrat jeweils tut.

  6. So nicht! Die Delegierten (unsere Vertreter) haben entschieden. Die „Idee“ der Demokratie ist, dass die Minderheit den Entscheid der Mehrheit akzeptiert. Wenn wir jedesmal den Vorstand/Präsident in die Wüste schicken, wenn der Entscheid nicht so ausgefallen ist wie der Einzelne sich das vorstellt, wo kämen wir da hin?

  7. Ich bin mir nicht ganz im Klaren ob man bei solch unsinnigen „Bauernspaltungsinitiativen“ nicht besser die Meinung aller Biobauern an der Basis unten einholen sollte, bevor man Parolen im Namen unserer BioSuisse öffentlich macht. Es gäbe heute genug Möglichkeiten, solche Umfragen zu machen. Jeder hat eine Betriebsnummer usw. Ich denke, wenn wir schon einen Biodiversität Check Online ausfüllen können sollte eine simple Umfrage doch noch möglich erscheinen…. Danach wäre klar, was Sache ist.

  8. Was meint Herr Brändli, wenn er feststellt: „Aber Bio Suisse ist erwachsen geworden. Man muss heute kein totaler Idealist mehr sein, man darf auch aus pragmatischen Gründen ein Biobauer sein.“ Waren die PionierInnen kindliche IdealistInnen ohne Sinn für das Praktische, für das Lebensnahe?

    1. Brändli braucht das Geld, da kann man nichts riskieren. Leider hat er den fähigsten Geschäftsführer vergrault mit seiner WischiWaschi-Art. Jetzt wird massiv Geld in Ausbau Personal und der Geschäftsstelle reingebuttert.
      Bio Suisse hat den Zenit überschritten, Zeit für eine neue moderne Organisation.

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