Sonntag, 19. September 2021
15.10.2020 11:54
Coronakrise

Corona: Appell von Sommaruga

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Von: sda

«Wir haben viel zu gewinnen, denn es ist fünf vor zwölf.» Dies sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga nach einem Treffen mit Vertretern der Kantone am Donnerstag vor den Bundeshausmedien in Bern.

Es sei wichtig, den steigenden Trend zu brechen: «Desto schneller uns dies gelingt, desto weniger Einschnitte hat es für die Bevölkerung, die Wirtschaft, die Familien und die Risikogruppen,» sagte Sommaruga.

Was sich nun sofort ändern müsse sei, dass sich alle wieder an die Grundregeln von Händewaschen, Distanzhalten und Maskentragen halten. Bund und Kantone seien sich zudem einig: «Wir blieben bei der besonderen Lage.» Die Kompetenz für Massnahmen bleibt bei den Kantonen.

Verantwortung tragen

Gesundheitsminister Alain Berset hat angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen Klartext gesprochen: «Die Situation ist beunruhigend, es gibt eine starke negative Dynamik.» In den nächsten Tagen könnten deshalb auch auf Bundesebene neue Massnahmen getroffen werden. Berset wird am Freitag zusammen mit dem Vorstand der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) besprechen, welche weiteren Massnahmen ergriffen werden müssen, um die Situation im Griff zu behalten. «Wir reden beispielsweise über die Maskenpflicht und die Organisation der Gesellschaft.»

Die Situation hat sich laut Berset schneller verschlechtert als anderswo. «Wir sind besorgt darüber», sagte er am Donnerstag vor den Bundeshausmedien. Die Positivitätsrate sei hoch, betroffen seien alle Altersklassen. Zwar sei die Situation in den Spitälern weiterhin unter Kontrolle, das müsse aber unbedingt so bleiben. Der Gesundheitsminister erinnerte an die bereits bekannten Massnahmen. Jeder müsse die Verantwortung im persönlichen Umfeld tragen. Die Kantone müssten daneben das Contact Tracing nie aufgeben.

Neue schweizweite Massnahmen

Die Lage sei ernst und daran werde sich so bald nichts ändern, sagte auch Lukas Engelberger, der Präsident der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektionen. Es gelte nun, die Dynamik der Pandemie zu brechen. Alle Kantone seien gefordert, ihre Massnahmen anzupassen. Die Konferenz der Gesundheitsdirektionen werde dazu Empfehlungen verfassen. Zu erwarten seien Verschärfungen bei der Maskentragpflicht, in der Gastronomie und bei Veranstaltungen. Das lege die epidemiologische Lage nahe.

In den nächsten Tagen würden weitere Massnahmen, die schweizweit gelten würden, diskutiert und kommuniziert. Der Bund prüfe auch eine Unterstützung der Kantone beim Contact Tracing. Hier komme der Zivildienst oder der Zivilschutz in Frage, so Berset.

Am Mittwoch hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 2823 neue Coronavirus-Ansteckungen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Dies waren doppelt so viele wie am Tag zuvor. An dem Treffen nahmen unter anderem Gesundheitsminister Alain Berset und Lukas Engelberger, Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), teil.

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