Freitag, 7. Oktober 2022
17.08.2022 14:35
Agrarpolitik

«Hornkuh»-Motion nimmt weitere Hürde

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Von: blu/sda

Landwirte und Landwirtinnen, die ihren Nutztieren die Hörner belassen, sollen für ihren Aufwand entschädigt werden. Die zuständige Nationalratskommission beantragt ein Ja zu einer Motion aus dem Ständerat.

Die Wirtschaftskommission des Nationalrates (WAK-N) nahm die Motion von Ständerat Roberto Zanetti (SP/SO) mit 13 zu 8 Stimmen und bei 2 Enthaltungen an, wie die Parlamentsdienste am Mittwoch mitteilten. Die Mehrheit begrüsse einen moderaten Beitrag als Massnahme für mehr Tierwürde und als Entschädigung für die Halter.

Das Schweizer Stimmvolk hatte die Hornkuh-Initiative Ende November 2018 mit 54,7 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Im Juni 2022 hat der Ständerat der Motion von Zanetti mit mit 23 zu 19 Stimmen bei 2 Enthaltungen zugestimmt. 

Tierwohlbeitrag

Gemäss Motionstext soll der Beitrag für die Hörner über die Direktzahlungen entrichtet werden, als sogenannte Tierwohlbeiträge. Entsprechend soll der Zahlungsrahmen erhöht werden. Halterinnen und Halter sollen dafür entschädigt werden, dass sie ihre hörnertragenden Tiere nicht enthornen. 

Den Vorstoss «Hörnerfranken als Tierwohlbeitrag einführen» – der von 27 Ständerätinnen und Ständeräten mitunterzeichnet worden ist – begründete Zanetti damit, dass die damalige Initiative in Bevölkerung und Parlament auf eine breite grundsätzliche Zustimmung gestossen sei, jedoch der Einwand vorhanden war, dass eine solche Angelegenheit nicht in die Verfassung gehöre.

Nach Tiergattung abgestuft

Zanetti schreibt weiter, dass ein weiterer Einwand die Sorge betraf , dass ein allfälliger «Hörnerfranken» zu Lasten anderer Direktzahlungskategorien gegangen wäre. «Mit einer Regelung der Frage in der Direktzahlungsverordnung und der entsprechenden moderaten Erhöhung des Zahlungsrahmens für die Ausrichtung von Direktzahlungen kann diesen Haupteinwänden zur Hornkuhinitiative Rechnung getragen werden», hält er fest in seinem Vorstoss fest.

Unbestritten sei, dass die Haltung von behornten Tiere zusätzlichen Aufwand bedeute. Es erscheine deshalb folgerichtig, die Förderung des Tierwohles und den daraus resultierenden höheren Aufwand für die Tierhaltung mit einem bescheidenen Beitrag zu fördern respektive abzugelten.

Die Motion fordert, in der Direktzahlungsverordnung im Abschnitt Tierwohlbeiträge die Ausrichtung eines angemessenen, nach Tiergattung abgestuften Beitrages für die Belassung der Hörner bei hörnertragenden Tiergattungen einzufügen. Einen konkreten Betrag nannte Zanetti in der Motion nicht. Die Verwaltung geht von einem Betrag auf 20 Millionen Franken pro Jahr aus.

Bundesrat gegen Motion

Der Bundesrat ist gegen das Anliegen. Er erinnert an die 2018 vom Stimmvolk abgelehnte Hornkuh-Initiative; dieses Nein sei zu respektieren. Der höhere Aufwand für das Halten von behornten Tieren könne – angesichts der Sympathien im Volk – mit höheren Produktepreisen aufgefangen werden.

Er gibt auch zu bedenken, dass viele horntragende Tiere angebunden gehalten würden. Damit hätten sie vor allem im Winter weniger Bewegungsfreiheit als hornlose Artgenossen in Laufställen. Ein «Hörnerfranken» würde den Anreiz mildern, von Anbindeställen auf Laufställe umzusteigen.

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39 Responses

  1. Aha, jetzt wollt Ihr auch noch Geld für Hörner.
    Ich glaube es nicht.
    Warum ist der Bauernstand nur so gierig?
    Hörner wachsen, so oder so, bis es einem Gutbauern einfällt, diese zu kappen.
    Aber eben, was Geld bringt ist immer gut.
    Seit Ihr alle eigentlich noch bei Trost, nicht so, so Dumm sind nicht mal die Flachländer die Euch die Subventionen, gerne auch als Direktzhlungen deklariert, bezahlen.
    Liebe Bauern, weniger wäre mehr , glaubt mir, der Bogen ist bei Euch schwerstens Überspannt
    Gruss

    1. Liebes Dromedary
      Wieso sollen die Bauern gierig sein? Schau mal, aus welcher Ecke die Motion kommt.
      Da ist einer aus der SP einem alten Fantasten auf den Leim gegangen. Unterstützung findet er bei realitätsfernen Gutmenschen mit Aluhut, am wenigsten bei den Bauern. Bauertn wissen, dass mit solchem Schwachsinn das ganze Direktzahlungssystem ins Lächerliche gezogen und langfristig in Frage gestellt wird. Übrigens, Bauern sind nicht gieriger als andere Menschen.

      1. Na ja, böser Turbomelker, hoffe die Bezeichnung ist Ironisch, wenn nicht, Leben wir wohl nicht auf dem selben Planeten.
        Bedenke, wenn Ihr als Bauernstand überleben wollt, müsst Ihr Euch anpassen, wenn nicht, Tschau Sepp

        Es kann nicht sein Forderungen und Forderungen zu stellen, es ist zu Nass, es ist zu Trocken, es ist halt nicht so wie es gerne hätten und alle sollen springen und Euch, ach so armen Bauern aus der Patsche helfen. Träume weiter, die Zeit ist vorbei.

        1. Ausser wirren Anwürfen hast Du wohl nichts zu bieten! Wie ich geschrieben habe, kommt diese Forder ung aus der Ecke SP und Gutmenschen, die meisten Bauern und übrigens auch der grösste Teil der Bevölkerung lehnt sie ab. Und dass die meisten Bauern lieber von ihrer Arbeit als von Direktzahlungen leben würden, hast Du wohl nicht gemerkt. Die Bevormundung überschreitet inzwischen jegliches Vorstellungsvermögen. Aber faire Preise für unsere Produkte liegen in der reichen Schweiz nicht drin…

          1. Dann ändere das, Bin kein Freund von Bevormundungen, nur, Ihr seit im Hamsterrad.
            Löst euch endlich von Euren Gurus.
            Die SVP ist Euer Untergang.
            Redet mit uns Konsumenten und zwar auf Augenhöhe. Wir sind die Abnehmer und Ihr seit die Produzenten, wo ist das Problem.
            Ah ja, die GROSSVERTEILER!
            @Selber schuld
            Nun denn, sollte auch noch Arbeiten.
            Gruss, hat mich gefreut.
            Bye

          2. Löst Euch endlich von Euren „Heilsbringern“
            Sprich SVP. Und Grossverteilern und sucht das Gespräch mit uns, den Konsumenten.
            Aber nicht immer Forderungen stellen, könnten uns auch über den Import von Düngemitteln unterhalten und das hat nichts mit SP oder so zu tun. Bereit, ja, nein? Glaube ja eher. NEIN.!

          3. Ganz Deiner Meinung, mit den Konsumenten reden. Nur, was will der Konsument? Jeden Tag etwas anderes, auch angestachelt durch die Grossverteiler, die sich immer wieder profilieren wollen. Nur, was wollen Konsument und Grossverteiler beide nicht? Faire Preise bezahlen!!!
            Sonst wären die ganzen Direktzahlungen nicht nötig. Beiträge für Hörner, Blumenchistli, Miststöcke etc sind der Sehnsucht der Bevölkerung nach „der guten alten Zeit“ zu verdanken, nicht den Bauern.

          4. @ Dromedary: Düngerimport wäre schon längst hinfällig, würden das Einkaufsverhalten, das Abstimmungsverhalten und das Geschrei der Medien übereinstimmen. Trotz massiver Direktzahlungen kommt der Bioanbau nicht aus der Nische. Ist es das angeblich so gesunde Essen dem Konsumenten nicht wert oder ist das konventionelle nicht schlechter?

      2. Wenn ich schon mal Zeit habe, kriege ja keine Direktzahlungen oder so.
        Nein, Ihr seit nicht gieriger als alle anderen, nur Ihr treibt es auf die Spitze.
        Kommt nicht gut, glaube mir.
        Brünneli aus Steingut vor dem Bauernhaus, vergünstigten Diesel, Miststock gibt auch Geld, Vergünstigung für Hypo? etc.etc.
        Soll ich weiter machen, wohl besser nicht.
        Glaube mir, ich weiss was ich da sage.
        Wie wäre es mit Findlingen und Heuschöcheli, oder Holzzäunen, und und und.
        Wo finde ich den das in der Privatwi

      1. Ganz , ganz rechts, Ihr versteht es halt nicht.
        Erst, wenn Euch “ Eure Lobby “ zu Angestellten der Finaco gemacht haben und Ihr Ihnen auf Gedeih und Verderben Eure Seele und das Hab und Gut abgetreten habt, nur, dann ist es zu spät.
        Wählt noch mehr SVP, ist vwrmutlich der Untergang.

  2. An den Turbomelker.
    Euer Problemmit der Abhängigkeit von den Grossverteilern.
    Und, die Konsumenten wollen nicht einmal das und dies, die wollen Transparenz.
    Und, wo ist Transparenz bei Euch, nirgends oder Irre ich mich da.
    Und dass wir Heuschöcheli und Miststöcke, etc.als Wunsch von der heilen Heidi Welt bewerten sollen ist auch falsch.
    Ihr möchtet das gerne dass wir das Glauben, aber das ist Hausgemacht von Euren Lobbisten, dem Ueli, dem Herrn Ritter und der Industrie- Fenaco, Landi ( Mit Impo

    1. Dein Wunsch sei uns Befehl! Dann verrat uns doch einmal, wo Du noch mehr Transparenz möchtest. Nachfragen nützt oft auch, manchmal ist sogar Google nützlich. Es gibt Tage der offenen Türen, die Aktion offene Stalltüre,
      Brunch auf dem Bauernhof, Standaktionen. Wer ernsthaft will, kann sich informieren. Aus eigener Erfahrung muss ich allerdings sagen, dass der Wille, über die erhaltenen Informationen nachzudenken , klein ist.

    2. Bauern Transparenz, da muss ich lachen. Viele Landwirtschaftsbetriebe oder Bauern haben Homepages. Da führen sie alles auf, wer bewirtschaftet, Fläch, Anzahl Tiere, was sie produzieren. Etwas wichtiges lassen sie aber weg: welchen Betrag sie aus Bern bekommen. Die Bauern nennen das Direktzahlungen, ich nenne das Sozialhilfe.

      1. 98000.-, 4.3 SAK, 6 Personen Haushalt, 2 Angestellte, 12000.- Steuern,
        Was brauchst du noch? Schuh- und Kleidergrösse?

  3. Erschreckendes Niveau hier…… Wohl ein Abbild unserer heutigen Gesellschaft…… Kein Respekt, keine Achtung, keine Wertschätzung, keine Demut. Keine Zufriedenheit und kein Glücksgefühl dafür, dass wir in einem reichen, sicheren Land leben dürfen und tagtäglich genug zu trinken und zu essen haben….. Einfach nur erbärmlich und würdelos….. SCHWEIZERBAUER, schafft bitte die Kommentarfunktion ab, es hat einfach keinen Zweck…..

    1. Ich fühle mich gut unterhalten.Das der Schweizer Bauer,soweit als möglich,auch anonyme heftige Kommentare zulässt,rechne ich im Hoch an.Der Herr Furrer hat sich die Haue redlich verdient.Er wirft jede abweichende Haltung in einen Topf.
      Aber soviel Kommentare ohne jeglichen Bezug zum Horn,sind auch eine Aussage,dahinter steckt viel Wut und Hoffnungslosigkeit.

      1. Man sollte schon sehen, wer hier unanständig argumentiert.
        Es geht nicht wirklich um Hörner, sondern um die Wertschätzung der Landwirtschaft.

    2. Inkognito: das beste Mittel, um anständige Kommentare zu erzwingen, sind wirkliche Namen und nicht anonyme Nicknamen.
      Wer hier unanständig argumentiert, sind nämlich diese Kommentarschreiber.

      1. Und warum springt Dir niemand mit vollem Namen bei?
        Weil sich jedem anständigen Bauern die Haare sträuben,wenn sie Deinen Unsinn lesen.
        Bevor der Schweizer Bauer nur noch Klarnamen veröffentlicht, wird er vermutlich eher auf Furrers absurde Weltsicht verzichten.Die Menschen,die Du hier dauernd beschimpft,sind gleichzeitig die wichtigsten Kunden.
        Was glaubst Du ,wenn wir auf die Millionen Menschen die für Hörner Geld stimmten,verzichten müssten.

  4. „Absurde Weltsicht“? Begründung bitte?
    „Millionen Menschen für Hörnergeld“: Ich bin weder für noch gegen Hörner, Enthornung. Jeder soll selber entscheiden. Problem sind zu viele Regulierungen, die via DZ- System erzwungen werden. Daher ist Hörnerfranken zu hinterfragen.
    Das Dromedar bzw. die Wölfin im Dromedarfell hat hier sicher nichts auferbauendes geschrieben.

  5. Welch tiefes Niveau hier. Ob es nur Zufall ist, dass sich hier vorwiegend Männer austauschen? Fehlt euch der tägliche Austausch vor der Chäsi?

  6. Ja so tief sind wir nun gesunken. Beleidigungen, ein Umgangston, der eines aufrechten Schweizers, nicht mehr würdig ist. Wegen einem Kuhhorn verlieren wir den Blick auf alle sich anbahnenden Katastrophen.
    Ausbeutung aller unserer Ressourcen.
    Verschmutzung der Weltmmeere
    Zerstöhrung unserer Atemluft durch Industrie und Verkehr.
    Hass, Lieblosigkeit und Kriege. Tägliche nukleare Bedrohung
    Krankheiten und Seuchen.
    Ich habe so etwas einmal in einem alten Buch gelesen.

  7. Als Bayerischer Bergbauer dessen Kühe noch Hörner haben verstehe ich die Aufregung nicht. Wo liegt das Problem? Vermute dahinter beständig die Berufskollegen welche ihren Kühen die Hörner längst abgebrannt haben. Das sind immer jene Betriebe die immer weiter wachsen, immer größer werden. Sie benötigen immer mehr Pachtgrund. Die Gründe sind verschieden. In der Hauptsache liegt es an den Vorschriften wegen der Überdüngung. Warum können die keine Ruhe geben? Die hetzen mehr als jeder Stadtbewohner.

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