Dienstag, 27. Juli 2021
21.05.2021 15:56
Agrarinitiativen

«Initiativen gefährden inländische Produktion»

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Von: mgt/blu

Die Branchenorganisation Getreide, Swiss Granum, lehnt beide Agrarinitiativen ab. Eine Annahme würde die inländische Produktion und Verarbeitung von Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen reduzieren und gefährden. Zudem befürchtet Swiss Granum mehr Importe sowie eine Zunahme des Einkaufstourismus.

Am 13. Juni befinden die Stimmberechtigten über die Trinkwasser- und Pestizid-Initiative. Der Abstimmungskampf ist im vollen Gange. Eine Annahme der Begehren hätte für die meisten Landwirtschaftsbetriebe der Schweiz einschneidende Auswirkungen.

Tierwohl und Biodiversität gefährdet

In den vergangenen Wochen haben zahlreiche Organisationen aus der Landwirtschaft, aber auch aus der vor- und nachgelagerten Stufe, ihre Argumente gegen die Initiativen vorgebracht. Das tut nun auch Swiss Granum. Gemäss der Branchenorganisation führt ein Ja zu den Initiativen zu einer tieferen Inlandproduktion und somit weniger regional hergestellten Lebensmitteln. «Dadurch steigen die Importe sowie der Einkaufstourismus. Die Umweltbelastung wird ins Ausland verlagert», heisst es im Communiqué von Swiss Granum. Das sei nicht umweltfreundlich und werde klar abgelehnt.

Die Branchenorganisation zitiert eine Studie von Agroscope. Diese kommt zum Schluss, dass bei einer Annahme der Trinkwasserinitiative 9 bis 23 % der Landwirtschaftsbetriebe aus dem Direktzahlungssystem aussteigen würden. «Diese würden ihre Produktion intensivieren. Dadurch würden Errungenschaften in den Bereichen Tierwohl, Umwelt oder Biodiversität gefährdet. Dies passiert auch, wenn wie in der Initiative gefordert, nur noch betriebseigenes Futter an die Nutztiere verfüttert werden dürfte», warnt Swiss Granum.

Arbeitsplätze und Steuereinnahmen gefährdet

Bei einer Annahme werden gemäss Swiss Granum regional geschlossene Kreisläufe in vor- und nachgelagerten Bereichen der Land- und Ernährungswirtschaft verdrängt.  So würden heute bedeutende Mengen an Nebenprodukten aus der Lebensmittel-Verarbeitung von Schweizer Nutztieren sinnvoll ökologisch verwertet.

Eine Annahme der Initiativen würde gemäss der Branchenorganisation rund 160’000 Arbeitsplätze in der inländischen Land- und Ernährungswirtschaft gefährden. «Mit der Verlagerung von Verarbeitungsbetrieben und deren Arbeitsplätzen ins Ausland wäre gleichzeitig auch ein Verlust von Steuereinnahmen verbunden», heisst es weiter.

Gezielter Pflanzenschutz

Swiss Granum verweist auf die verschiedenen Mannnahmen, die bereits in die Wege geleitet wurden, um das Risiko von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Mit dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel wie auch die Parlamentarische Initiative «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren», die von Swiss Granum unterstützt werden, seien bereits strengere Vorgaben beschlossen. Die Kernanliegen der Initiativen seien also angegangen worden.

«Ohne gezielten Pflanzenschutz – so wenig wie möglich, so viel wie nötig – sind tiefere Erträge zu erwarten. Das schwächt die Schweizer Lebensmittelversorgung und die Auslandabhängigkeit steigt», heisst es weiter. Betroffen von einem Ja seien auch die Verarbeitungsbetriebe. Ohne die als Reinigungs- und Desinfektionsmittel eingesetzten Biozide könne die heute vorgeschriebene Lebensmittelsicherheit nicht mehr gewährleistet werden. Und schliesslich führe eine Annahme zu höheren Preise und einer kleineren Auswahl für die  Konsumenten.

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One Response

  1. @Schweizer Bauer: Könnt ihr nicht endlich mit diesen eindimensionalen Weltuntergangs-Meldungen aufhören? Sollte eine der beiden Initiativen (wider Erwarten) angenommen werden, werden all jene Bauern, die nicht Unternehmer g sind, in eine tiefe Depression verfallen.
    Für unternehmerische Bauern sehe ich keine Gefahr, die nehmen die neuen Chancen wahr.
    Dankt aber auch an die andern Bauern und erspart ihnen die unnötige Depression

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