Sonntag, 18. April 2021
30.03.2021 11:33
Landwirtschaftsinitiative

Komitee: «Pestizidverbotsinitiative stärkt Landwirtschaft»

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Von: sda/blu

Die Initianten der Pestizidverbotsinitiative haben die Abstimmungskampagne lanciert. Die Schweizer Bevölkerung entscheide, ob sie weiter gesundheitsgefährdende synthetische Pflanzenschutzmittel in Lebensmitteln und Wasser haben möchte oder ob sie eine giftfreie Zukunft wolle.

Die Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide (Pestizidinitiative)», über die am 13. Juni abgestimmt wird, sei eine Antwort auf das Versagen der Politik. Sie sei aber auch Ausdruck des Willens der Bevölkerung, deren Forderung nach einem Ausstieg aus den synthetischen Pestiziden immer lauter werde, sagte Ständerätin Céline Vara (Grüne/NE) am Dienstag vor den Medien in Bern.

Die Pestizidinitiative verlangt ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel. Diese sollen in der Schweiz nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Zudem beinhaltet die Vorlage ein Importverbot für Lebensmittel, die mit Hilfe synthetischer Pestizide hergestellt wurden.

Kinder gefährdet

Die Initianten argumentieren, dass mit der Initiative die Gesundheit gefördert werde. Hunderte unabhängige Studien bewiesen, dass synthetische Pestizide einen negativen Einfluss auf die Gesundheit hätten, sagte Antoinette Gilson, Mitinitiantin und Biologin. «Wir sind ihnen täglich ausgesetzt.» Synthetische Pestizide befänden sich im Essen, im Wasser und würden über die Luft transportiert. «Wir nehmen sie dauernd in unserem Körper auf.

Besonders gefährdet seien Kinder und Ungeborene, ergänzte Ständerätin Marina Carobbio (SP/TI). Die Auswirkungen synthetischer Pestizide auf die Entwicklung des Hirns und die sexuelle Entwicklung seien erwiesen. Bei Erwachsenen könnten hormonell wirkende Gifte unter anderem diverse Arten von Krebs auslösen.

Biodiversität stärken

Die Initiative beschränkt sich mit ihren Forderungen auf synthetische Pestizide, wie die Initianten betonen. Diese weisen chemische Zusammensetzungen auf, die in der Natur nicht existieren und bergen im Vergleich mit sämtlichen Alternativen zum Pflanzenschutz die höchsten Risiken für Mensch und Natur. Die Initiative stärke die Biodiversität, so die Initianten. Umwelt, Tiere und Pflanzen würden unter der Verwendung von Pestiziden leiden.

Synthetische Pestizide zerstörten die Lebensgrundlage und Gesundheit der Jungen und der kommenden Generationen, betonte Komiteemitglied Dominik Waser. «Es ist jetzt an der Zeit, grundlegende Dinge für die Zukunft zu ändern. Wir Jungen wollen eine Zukunft, die gesundes Essen und Gesundheit für die kommendem Generationen garantiert», sagte der 23-jährige Gärtner und Bio-Bauer in Ausbildung.

Keine unüberwindbaren technischen Hindernisse

«Es gibt heute keine unüberwindbaren technischen Hindernisse und auch keine inakzeptablen Erträge, die uns daran hindern würden, in der Schweiz auf synthetische Pestizide zu verzichten», schreiben die Initianten auf ihrer Website. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF), die biologisch bewirtschaftet wird, belaufe sich auf 14,4 % der gesamten LF. «Die Art der Kulturen, die biologisch oder konventionell angebaut werden, unterscheidet sich nicht wesentlich», schreiben die Initianten.

Die gesamte konventionelle landwirtschaftliche Produktion sei auch im biologischen Landbau vertreten. Also von Getreide über Kartoffeln und Gemüse bis hin zu den Obstbäumen. «Die Ernten fallen beim biologischen Landbau im Durchschnitt nur gerade um 20 % geringer aus», heisst es weiter.

Importverbot mit Abkommen kompatibel

Mit dem Volksbegehren werde auch die Landwirtschaft gestärkt, weil das Importverbot die Schweizer Bauernbetriebe schütze. Zahlreiche Landwirtinnen und Landwirte hätten diesen Schritt gewagt. «Einige von ihnen kommen seit Jahren ohne synthetische Pestizide aus», heisst es weiter. Alle Stoffe, die im Biolandbau eingesetzt werden, dürften dagegen weiter verwendet werden, erklärte Jean-Denis Perrochet, Mitinitiant und Bio-Winzer. «Dass das funktioniert, beweisen tausende Bio-Betriebe bereits jetzt», fuhr er fort

Das Argument des Bundesrates, dass die Initiative wegen des Importverbotes nicht mit internationalen Abkommen kompatibel sei, sei falsch, sagte Mitinitiantin und Rechtsexpertin Stéphanie Hüsler. Die Schweiz hab das Recht, neue Regeln auch unter internationalen Abkommen umzusetzen. In den betroffenen Abkommen gebe es dazu unterschiedliche Möglichkeiten.

Preise steigen nicht

Die Preise würden nicht steigen, sagen die Initianten. Denn der Verkaufspreise bilde nicht die gesamten Kosten ab. Diese Kosten seien nicht eingepreist und würden heute über den Steuerzahler beglichen. Die Initianten meinen damit beispielsweise die Gesundheitskosten oder Kosten für das Aufbereiten des Trinkwassers. «Deshalb produziert die pestizidfreie Landwirtschaft schon heute günstiger», sagen die Initianten an der Medienkonferenz. Die Konsumentinnen und Konsumenten werden gemäss den Initianten entlastet, indem die oben genannten sinken

Zehn Jahre Übergangsfrist

Die Initiative sieht für die empfindlichsten Kulturen die Initiative eine Frist von zehn Jahren für den Verzicht auf synthetische Pestizide vor. Diese Frist ermögliche der Landwirtschaft eine sanfte Umstellung und verschaffe den einzelnen Akteurinnen und Akteuren genügend Zeit, um die notwendigen Massnahmen zu ergreifen, argumentiert das Komitee.

Zudem könnten diese zehn Jahre politisch zur Überarbeitung des Landwirtschafts- und Ernährungssystems und zur Anpassung der relevanten Gesetzgebungen genutzt werden, und zeitgleich könne die Forschung eine Landwirtschaft entwickeln, die mehr Rücksicht auf die Biodiversität und die Gesundheit nimmt.

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10 Responses

  1. Wenn ich so die Kommentare dazu in 20 min lese, da kommt einem die Galle hoch, die initianten verstehen es sogenannte Bauern vorzuschieben, welche in Wirklichkeit Aussteiger und Öko fanatiker sind und alle glauben denn scheiss, wir sind die grössten gifter der Welt. Glaube nicht an einen guten Ausgang der Abstimmungen

  2. Im Gegensatz zur TWI haben wir vor dieser Initiative keine Angst. Bei Importeinschränkung schreckt der „ahnungslose “ Bürger schnell zurück. Das könnte allenfalls ein paar Franken kosten ! TWI verspricht Bio Ware zu Dumpingpreisen , das ist alledings viel gefährlicher für alle Bauern. Die tieferen Preise werden nur bei der Landwirtschaft ankommen.

    Es kommt wie muss ! ( Zitat übernommen von Ernst Bleiker 1922-2009 , nur gerade 63 jahre hat er es bei uns als Knecht ausgehalten )…………

    1. Natürlich ist die Bezeichnung Knecht nicht der Realität entsprechend, nach kurzer Zeit war er Teil der Familie, seine Zitate sind allerdings zeitlos……

  3. Soviel Unwahrheit ist kaum erträglich.
    1. Die Landwirtschaft wird nicht gestärkt durch die Initiativen.
    2. Das Plakat mit der Maske zeigt nicht die momentane Landwirtschaft, sondern ist Panikmache. Apropos Maske: Wir tragen jetzt auch eine Maske (vor allem dank den linken Politikern), einfach wegen einer gemachten Panik.
    3. Das Plakat zeigt eine Blume vor dem Gesicht. Die Augen sind verdeckt. Das heisst: Die Initianten versprechen uns eine blumige Zukunft, sind aber blinde Blindenführer.

  4. Noch etwas zum Plakat. Auf der linken Hälfte mit der hochgezüchteten Gerbera, die das Auge verdeckt, zeigt die Botschaft der Initianten:
    1. Es wird eine hochgezüchtete Blume gezeigt (es geht nicht um Nahrungsmittel. Die haben wir einfach, nicht wahr? Die können wir einfach im Ausland oder beim Bio-Bauern einkaufen? Es hat ja sicher genug.)
    2. Die rote Gerbera erinnert auch etwas an eine rote Tomate, die auf dem Auge, der Frau ist. Wer Tomaten auf den Augen hat, sieht nicht sehr weit.

  5. Ich bin vor 80 Jahren in einem Quartier mit 100 Wohnungen aufgewachsen. Mit 20 habe ich niemanden gekannt, der an Krebs, MS, Parkinson, Demenz verstarb. Heute lebe ich in einem Einfamiliehausquartier mit 25 Häusern und Wohnungen. 3 junge Frauen unter 50 habe Krebs, 3 weitere sind tot. 3 Personen haben Parkinson, weitere Prostata. Woher kommen diese Häufungen? Von der heutigen vergifteten Ernährung, denn der Darm ist unser wichtigstes Organ. Also – kehren wir zu einer gesunden Ernährung zurück!!!

    1. Woher weißt du das? Vielleicht kommt es auch vom Mobilfunk oder von den Chemtrails, …? Und denkst du, dass durch PI und TWI die Qualität von Trinkwasser und Lebensmittel besser wird? Sei nicht zu leichtgläubig und mache nicht zu schnell deine Schlussfolgerungen und bestimme nicht zu schnell die Sündenböcke!

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