Dienstag, 15. Juni 2021
28.05.2021 13:24
Biodiversität

Landwirtschaft: Bundesrat wehrt sich gegen Kritik

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Von: sda

Der Bundesrat hat nach eigenen Angaben «wichtige Schritte eingeleitet, um den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten». Er wehrt sich gegen anderslautende Kritik der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats (GPK-S). Dennoch würden weitere Massnahmen geprüft.

Das steht in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Bundesrats. Darin nimmt die Regierung Stellung auf verschiedene kürzlich publizierte Empfehlungen der GPK-S. Diese kritisiert – kurz gesagt -, dass die bisher vom Bundesrat ergriffenen Massnahmen zum Schutz der Biodiversität nicht genügen.

Ein grosser Teil der nationalen und auch internationalen Biodiversitätsziele verfehle die Schweiz, stellte die GPK-S in ihrer im vergangenen Februar veröffentlichten Bilanz zum bisher Unternommenen fest. Die Artenvielfalt in der Schweiz nehme weiterhin ab. Die bisherigen Massnahmen seien nicht genügend wirksam.

«Empfehlungen erfüllt oder in Umsetzung»

Laut dem Bundesrat befindet sich die biologische Vielfalt in der Schweiz und global tatsächlich «in einem schlechten Zustand». Er sei über diese negative Entwicklung besorgt und sei sich der Dringlichkeit und Wichtigkeit dieses Themas bewusst, heisst es im Bericht.

Die Regierung lässt die teilweise harte Kritik dennoch nicht unkommentiert stehen. «Die Empfehlungen der GPK-S sind teilweise bereits erfüllt oder in Umsetzung», schreibt sie. Namentlich ihr indirekter Gegenvorschlag zur Biodiversitätsinitiative erfülle viele der gestellten Forderungen. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Vernehmlassung.

17 Prozent sollen Schutzgebiet werden

Mit dem Gegenvorschlag will der Bundesrat 17 Prozent der Landesfläche zu Schutzgebieten aufwerten, die Vernetzung von Lebensräumen fördern, bestehende Schutzgebiete wo nötig sanieren und die Natur auch in den Städten und Agglomerationen stärken. Zudem sollen Biodiversitätsförderflächen weiterentwickelt werden. Der Vorschlag erfüllt nach Ansicht des Bundesrats einige der Anliegen der GPK-S.

Teilweise sieht aber auch die Regierung zusätzlichen Handlungsbedarf. Sie werde «prüfen, wie sich die Biodiversität allgemein und insbesondere in der Landwirtschaft besser fördern lässt». Für dieses Ziel brauche es Massnahmen, die über die einzelnen Sektoren hinausgehen.

GPK sieht Landwirtschaft in Verantwortung

Die GPK-S sieht in ihrem Bericht besonders die Landwirtschaft in der Verantwortung. Trotz gewisser Fortschritte in den vergangenen Jahren genügten die bisherigen Massnahmen in diesem Sektor nicht, um den Rückgang der Artenvielfalt zu verhindern. Zusätzliche Massnahmen sind in den Augen der Kommission unerlässlich.

Sie verweist dabei auf die Agrarpolitik 22+, deren Behandlung das Parlament kürzlich auf Eis gelegt hat. Gleichzeitig bestellten die Räte beim Bundesrat eine Gesamtschau zur künftigen Ausrichtung der Agrarpolitik. In diesen Bericht müsse der Bundesrat auch seine Überlegungen zur Biodiversität aufnehmen, forderte die GPK-S. Diesen Anliegen will der Bundesrat Rechnung tragen, wie er in seinem Bericht weiter schreibt.

Regelmässige Prüfung der Ziele

Im nächsten Jahr wird laut dem Bundesrat zudem analysiert, «ob und wie die Massnahmen der ersten Phase der Umsetzung des Aktionsplans Strategie Biodiversität Schweiz seit 2017 gewirkt haben». Darauf aufbauend sollen danach Massnahmen für die zweite Phase des Aktionsplans ab 2024 folgen.

Der Bundesrat ist dabei auf die Unterstützung von zahlreichen Akteuren angewiesen, wie er schreibt. «Um die Biodiversität langfristig zu erhalten und zu fördern, bedarf es des Bewusstseins und der Bereitschaft aller Politikbereiche, bei Entscheidungen die Auswirkung auf die Biodiversität miteinzubeziehen.»

Die Strategie Biodiversität Schweiz hatte der Bundesrat 2012 vorgelegt, im Auftrag des Parlaments. Den Aktionsplan Biodiversität mit einem Katalog von Massnahmen, die über mehrere Jahre umgesetzt werden sollen, beschloss er 2017.

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3 Responses

  1. Alles gut und Recht, auf Flächen die nicht in einer Fruchtfolge sind.
    Die O2 produktion und die co2 bindung auf unseren feldern ist schier unbezahlbar. Z.B. eine Ha Mais, Zuckerrüben oder Kunstwiese setzt mehr um als eine HA Wald.. liebe Berufskollege beginnen wir unsere Leistungen auf unsere Feldern und Wiesen in Rechnung zu stellen.. Öeko Wiesen, Hecken, Biotope alle unsere Leistungen sind viel zu billig!

  2. Hat der Bundesrat auch mal überlegt was an Ökoflächen Biodiversität usw. zugepflastert wird mit Strassen , Bahn ,Wohnbauten , gepflegten Golfplätzen usw. Geht schlussendlich ums Geld . Aber immer auf der Landwirtschaft Rumhacken Mit bestem Dank !!!

  3. Auch Städte, Private, Gewerbe und Industrie sollten auf ihren Grundstücken 10 % Ausgleichsflächen ausscheiden müssen. Am Besten gleich mit Qualität. Das ganze immer nur der Landwirtschaft zuzuschreiben ist reine Schikanierei und ein absoluter Skandal!

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