Mittwoch, 3. März 2021
22.10.2015 16:26
Bern

Marsch für bessere Preise

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Von: Reto Blunier

Am Donnerstag kurz vor Mittag marschierten gut 1000 Bäuerinnen und Bauern durch Bern. Auf dem Bundesplatz machten sie auf ihre schwierige Lage aufmerksam. In Form einer Petition habe sie ihre Forderungen an die Politik dem Präsidenten des Nationalrates, Stéphane Rossini, übergeben. Mit Bildergalerie, Videointerview und Video vom Marsch.

In der Bundeshauptstadt zeigte sich das Wetter von der trüben Seite. Hochnebel überzog den Himmel in Bern. Eher trübe Zeiten herrschen derzeit auch in der Landwirtschaft, vor allem am Milchmarkt. Die Produzenten leiden unter den tiefen Preisen. An eine kostendeckende Produktion ist bei vielen Bauern nicht zu denken.

Zeichen setzen

Die im vergangenen August gegründete Westschweizer Bauernorganisation Swiss Agri Militant (SAM) in Zusammenarbeit mit Uniterre, rief für Donnerstag zu einem Marsch auf. Über 1000 Bäuerinnen und Bauern nahmen den Weg nach Bern auf sich. Der grössere Teil der Teilnehmer reiste aus der Romandie an, aber rund ein Drittel stammte aus der Deutschschweiz. Mit dem Marsch wollten die Bauern ein Zeichen setzen und auf ihre prekäre Situation hinweisen. Eine grössere Anzahl der Teilnehmenden waren junge Bauern. Das freute die Organisatoren besonders.

Kurz nach 11 Uhr setzte sich der Zug vom Berner Bäregraben in Richtung Bundesplatz in Bewegung. Viele Teilnehmer waren in Edelweisshemden gekleidet. Mit Glockengeläut und Transparenten wie «Stopp dem Diebstahl von landwirtschaftlichen Produkten» oder «Keine Landwirtschaft – kein Essen – keine Zukunft» durchschritten sie die historische Berner Altstadt und sorgten so bei Touristen für verwunderte Gesichter.

Konsumenten aufklären

Der Marsch auf den Bundesplatz verlief vorbildlich. Dies war ganz im Sinne der Organisatoren. „Mit einem Streik erreichen wir nichts. Wir müssen die Konsumenten über unsere schwierige Lage aufklären“, erklärte der Gründer von SAM, Christian Hofmann, den Teilnehmenden. Die Agrarpolitik mache es den Bauern aber schwer, fuhr er fort. Die Preise für Milch, Fleisch, Kartoffeln würden immer nur sinken, die Konsumenten hingegen müssten immer mehr bezahlen. „Das können wir nicht akzeptieren“, machte Hofmann deutlich. Der Richtpreis von 68 Rappen pro Kilogramm Milch müsse eingehalten werden – auch wenn dieser noch nicht einmal die Produktionskosten decke, betonten die Organisatoren.

Die tiefen Preise führten zu einem beschleunigten Hofsterben, machte Patrick Demont, Co-Präsident von SAM, deutlich. „Wissen geht so unwiderruflich verloren, das Weideland wird vernachlässigt. Auf lange Sicht wird die Versorgungssicherheit und damit die ganze Schweizer Bevölkerung gefährdet“, betonte Demont. Zudem profitiere auch der Tourismus von einem intakten Landschaftsbild.

Petition übergeben

Die Politik müsse nun mehr für die Bauern tun. Eine Petition mit mehreren Forderungen übergaben die Landwirte dem abtretenden Nationalratspräsidenten Stéphane Rossini (SP/VS). Dieser versprach, sie den zuständigen Organen des Parlaments weiterzuleiten.

Die Bauern aus der ganzen Schweiz müssten nun zusammenhalten. „Nur gemeinsam sind wir stark“, betonte Hofmann. Die Bauern müssten sich nun weiter mobilisieren. Das Ziel seien faire Produzentenpreise. Man werde weiter aktiv sein, betonten die Organisatoren. „Heute war erst der Anfang“, erklärten sie unter grossem Applaus der Demonstranten.

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