Samstag, 23. Oktober 2021
06.09.2020 09:34
Klimapolitik

Negative CO2-Emissionen

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Von: mgt/mge

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 2. September 2020 einen Bericht über die Bedeutung von negativen CO2-Emissionen für die künftige Schweizer Klimapolitik gutgeheissen. Um CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre zu entfernen (sogenannte negative Emissionen), bedarf es spezieller Technologien, die erst teilweise vorhanden sind.

Der Bericht in Erfüllung des Postulats von Ständerätin Adèle Thorens
Goumaz (Grüne Fraktion, Kanton Waadt / 18.4211) liefert einen
systematischen Überblick der heute bekannten biologischen und
technischen Verfahren zur Entnahme und dauerhaften Speicherung von CO2
aus der Atmosphäre (sog. Negativemissionstechnologien, NET).

Er zeigt
den aktuellen Wissensstand zum Potenzial dieser Verfahren für die
Schweizer Klimapolitik auf und skizziert Handlungsoptionen für das Ziel
einer klimaneutralen Schweiz bis 2050. Es gilt zu prüfen, inwiefern die
Erkenntnisse aus dem Bericht in die langfristige Klimastrategie des
Bundesrates einfliessen sollen.

NET für die Erreichung der Klimaziele unverzichtbar

Im
Jahr 2018 hat der Weltklimarat (IPCC) aufgezeigt, dass bereits ab einer
globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius mit gravierenden Veränderungen
der Ökosysteme zu rechnen ist. Um die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu
begrenzen, muss der weltweite CO2-Ausstoss bis 2050 Netto-Null betragen.

Der Bundesrat hat deshalb Ende August 2019 beschlossen, sein
langfristiges Klimaziel zu verschärfen: Die Schweiz soll bis 2050 nicht
mehr Treibhausgase ausstossen, als natürliche und technische Speicher
aufnehmen können. Dieses Ziel kann und muss vorrangig durch die Abkehr
von fossilen Energieträgern (insb. Öl, Gas, Benzin und Diesel) erreicht
werden. Nach aktuellem Stand des Wissens verbleiben bis 2050 dennoch
unvermeidbare Emissionen, z.B. aus der Landwirtschaft oder bestimmten
industriellen Prozessen. Zu deren Ausgleich werden negative Emissionen
unverzichtbar sein.

Rahmenbedingungen  heute schaffen

Heute
werden bereits verschiedene NET-Ansätze im kleinen Rahmen erprobt; sie
sind jedoch noch nicht in einem klimawirksamen Umfang einsatzbereit. Die
Schweiz steht beim Verständnis für die Bedeutung von NET, wie fast alle
Staaten, noch am Anfang. Aus dem Übereinkommen von Paris und dem
Netto-Null Ziel des Bundesrates ergibt sich der Handlungsbedarf, die
Rahmenbedingungen für die Erforschung und den Ausbau von NET heute
festzulegen.

Es braucht auf allen Ebenen mehr Verständnis für die
Wirkung und das Potenzial von NET: in der Politik und Verwaltung sowie
in Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft. Um die Chancen für die
nachhaltige Nutzung in Zukunft zu erhöhen, sollten die
erfolgsversprechenden NET-Ansätze nebeneinander erforscht und
vorangetrieben werden, heisst es im Bericht.

Schweiz nimmt wichtige Rolle ein

Innerhalb der
Bundesverwaltung koordiniert das Bundesamt für Umwelt BAFU den Austausch
und die Erarbeitung der notwendigen NET-Rahmenbedingungen unter den
betroffenen Bundesämtern. Dank ihrer Forschungs- und Innovationskraft
ist die Schweiz in einer guten Position, um eine wichtige Rolle bei der
Entwicklung und dem weltweiten Einsatz dieser Technologien einzunehmen.

Der
Bund soll prüfen, wie auf internationaler Ebene die Forschungs- und
Innovationszusammenarbeit im Bereich der NET unterstützt werden kann. Im
Rahmen internationaler Konventionen, wie dem Pariser
Klimaschutz-Übereinkommen oder dem Umweltprogramm der Vereinten
Nationen, sind die Gespräche über das Wissen um NET und ihre
internationale Regelung weiter voranzutreiben.

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