Montag, 8. März 2021
21.01.2021 08:06
Umfrage

Nein-Kampagne: Was halten Sie von den Sujets?

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Von: blu/hal

Im kommenden Juni kommen die Trinkwasser- und Pestizidverbots-Initiative zur Abstimmung. Für den Schweizer Bauernverband (SBV) sind die Initiativen eine Mogelpackung. Mit einer Kampagne bringt er sich in Stellung. Was halten Sie von den Sujets dieser Kampagne? Abstimmen und mitdiskutieren.

Am 13. Juni kommt es zum Showdown. Das wird über die Trinkwasser- und Pestizid-Initiative abstimmen. Der Abstimmungskampagne ist bereits lanciert. Vor allem die Befürworter der Trinkwasser-Initiative rund um Franziska Herren sind aktiv und versuchen auch über die Medien, die Deutungshoheit zu erlangen.

Initiativen

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern Direktzahlungen erhalten, die auf Pflanzenschutzmittel, vorbeugend oder systematisch verabreichte Antibiotika und zugekauftes Futter verzichten. Auch die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung soll nur unter diesen Bedingungen Geld vom Bund erhalten.

Die Pestizidverbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt wurden oder die solche enthalten.

«Reine Mogelpackung»

Für den Schweizer Bauernverband (SBV) sind die beiden Vorlagen zwei «extreme Agrar-Initiativen». Insbesondere die Trinkwasser-Initiative bezeichnet er als «reine Mogelpackung», da sie gesamthaft einen negativen Effekt auf die Umwelt hätte.

Ohne die Möglichkeit, die Kulturen im Bedarfsfall vor Pilzen oder Schädlingen zu schützen, könne die Landwirtschaft die vom Markt gewünschte Menge und Qualität nicht produzieren. «Gegessen würde trotzdem. Zum Zug kämen dann einfach vermehrt importierte Lebensmittel», so der SBV. Bereits heute falle 75 Prozent des konsumbedingten Fussabdruckes der Schweiz im Ausland an.

10’000 Fahnen

Vergangenes Jahr wolle der SBV mit der Aufklärungskampagne «Wir schützen, was wir lieben» auf das Thema Pflanzenschutz sensibilisieren. Nun hat der Schweizer Bauernverband und mit ihm zahlreiche andere bäuerliche Organisationen die Abstimmungskampagne gegen die Initiativen gestartet.

Wie die Befürworter setzten nun auch die Initiativ-Gegner Fahnen ein. So werden 10’000 Stück mit dem Slogan «Extreme Agrarinitiativen 2x NEIN» verteilt. Diese können bei den kantonalen Bauernverbänden bezogen werden.

5 Sujets

Der Fokus wird aber auf Plakate in Städten und Agglomerationen gelegt. Im ländlichen Raum wird die Kampagne mit Hohlkammerplakaten und Blachen ergänzt. Dazu kommen Flyer zum Verteilen. Für die Bauernfamilien sind die Plakate angedacht. «Wichtig ist dann insbesondere, dass die Betriebe die Tafeln aufstellen», betont Helfenstein. 

Insgesamt werden 5 Sujets eingesetzt. Für Biobetriebe gibt es eine Spezialversion. Der SBV will mit den Werbesujets die breite Betroffenheit zeigen. Dabei befinden sich alle auf dem gleichen Ast, an dem vorne der Stimmbürger mit einer Säge sitzt. Das soll heissen, dass alle von den beiden Initiativen betroffen sind. Im Vordergrund steht laut Sandra Helfenstein, stellvertretende Kampagnenleiterin des SBV, das Sujet «Regionale Produkte». 

Was halten Sie von den Sujets? Können die Bauernverbände damit punkten? Oder wirken diese Sujets gar kontraproduktiv? Abstimmen und mitdiskutieren

Was halten Sie von den Sujets?
Gut gemacht, verständliche Botschaft
66%
202
Diese Sujets schrecken ab
25%
76
Weiss nicht
9%
29

Kampagne in den sozialen Medien

Bereits aufgeschaltet auf verschiedenen sozialen Medien wurde ein Video. Damit will das Nein-Kampagne ein möglichst breites Feld abdecken. Er will damit die Bevölkerung direkt über Facebook, Instagram sowie Twitter im Kampagnenauftritt «Extreme Agrarinitiativen Nein» ansprechen. Seit Kurzenm aufgeschaltet ist auch die Kampagnen-Webseite www.extreme-agrarinitiativen-nein.ch.

Zunehmende Importabhängigkeit

Die Trinkwasserinitiative habe negative Auswirkungen auf die Umwelt. Mit der Fokussierung auf die Direktzahlungen lasse sie den Schweizer Betrieben zwei Wege: Entweder sie verzichten auf Direktzahlungen und maximieren den Produktionsoutput. «Das wird der Weg der meisten Obst-, Gemüse oder Weinbetriebe sowie jener mit Geflügel- und Schweinehaltung sein», warnt der Bauernverband.

Weil die Bauern die Kulturen nicht mehr schützen könnten, würden Raps, Kartoffeln oder Zuckerrüben verschwinden. «Die Folgen sind zunehmende Importabhängigkeit bei diesen Produkten und eine weniger vielfältige Fruchtfolge, was den Schädlings- und Krankheitsdruck verstärkt. In allen Fällen ist die Gesamtumweltbilanz negativ», bilanziert der SBV.

Politisch erwirktes Bioland

Die Pestizidverbots-Initiative ist aus der Sicht des Bauernverbandes konsequenter in der Formulierung. Die Schweiz würde zu einem politisch erwirkten Bioland bei pflanzlichen Lebensmitteln. «Die Konsumentinnen und Konsumenten hätten keine Wahl mehr. Ausser sie gehen ennet der Grenze einkaufen», so der SBV.

Für die Landwirtschaft könne eine solche Umsetzung ein Befreiungsschlag sein. Die Schweizer Produktion wäre nicht benachteiligt, weil die Importe die gleichen Anforderungen erfüllen müssen. Der SBV geht aber davon aus, dass die Umsetzung die WTO-Verpflichtungen der Schweiz verletzen würde.

2 Responses

  1. Die Plakate zeigen deutlich, wie sich die Landwirtschaft selbst absägt!
    Diese Billig-Angstmacherei-Kampagne schadet der Landwirtschaft mehr als die Initiativen selbst.
    Die SVP kopieren zu wollen ist nicht immer erfolgreich.
    Die Wahrnehmung der Landwirtschaft wird durch dieses Art von Kampagnenführung schlechter und der Graben zwischen der Bevölkerung und der Landwirtschaft dadurch noch bewusst tiefer aufgerissen. Leider sieht man vom SBV keine konkreten und zukunftsfähigen Lösungsvorschläge.

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