Mittwoch, 3. März 2021
08.12.2011 07:52
Klimakonferenz

(Noch) kein Durchbruch am Weltklimagipfel

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Von: sda/afp/dapd/dpa

Die Zukunft des Kyoto-Protokolls bleibt der Stolperstein an der UNO-Klimakonferenz in Durban. Während die EU sowie Vertreter zahlreicher Schwellen- und Entwicklungsländer für ein Kyoto II warben, erklärte das Kyoto-Mitglied Kanada den Vertrag am Mittwoch für erledigt.

«Für Kanada ist Kyoto eine Sache der Vergangenheit», sagte dagegen der kanadische Umweltminister Peter Kent. Sein Land lehnt ebenso wie Russland und Japan eine Fortschreibung des Protokolls ab, dessen erste Verpflichtungsperiode Ende 2012 ausläuft.

Besonders China sowie andere Schwellen- und Entwicklungsländer drängen darauf, das bislang einzige rechtlich verbindliche Abkommen zur Minderung des Treibhausgasausstosses weiterzuführen. Bereitschaft auch zu eigenen Verpflichtungen liess allerdings in Durban in erster Linie Gastgeber Südafrika erkennen.

Abkommen für Zeit ab 2020

Ziel der EU ist eine Paketlösung aus einer Kyoto-II-Vereinbarung, bei der Hauptverursacher des Klimawandels wohl aussen vor blieben, und einem Verhandlungsmandat für ein neues umfassendes Abkommen spätestens für die Zeit ab 2020.

«Ich gehe davon aus, dass diejenigen, die rechtlich bindende Vereinbarungen fordern, auch vorhaben, sich selbst von ihnen binden zu lassen, sagte Röttgen mit Blick auf die Schwellen- und Entwicklungsländer.

Deutliche Kritik wurde an den USA geübt, von denen derzeit keine konstruktiven Verhandlungsbeiträge zu erwarten seien. Umweltschützer wandten sich gegen die Vertagung eines neuen Abkommens bis 2020.

Verhandlungen über Klimafonds

Konstruktiver verlaufen in Durban offenbar die Verhandlungen mit dem Ziel, den im vergangenen Jahr beschlossenen Klimafonds arbeitsfähig zu machen. Der Green Climate Fund (GCF) soll Entwicklungsländer bei Klimaschutz und Anpassung an Klimaschutzmassnahmen unterstützen.

An der Klimakonferenz im mexikanischen Cancún 2010 hatten sichdie Unterhändler auf die Einrichtung eines Fonds verständigt. Ab 2020 sollen jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimaschutzprojekte in armen Ländern zur Verfügung gestellt werden. Über die genauen Details wird derzeit in Durban verhandelt.

Neben der Schweiz bewerben sich auch Deutschland und Mexiko für den Sitz des Fonds. Bundesrätin Doris Leuthard ist am Mittwoch in Durban angekommen und leitet die Schweizer Delegation.

Entwicklungsländer benötigen mehr Geld

Die Entwicklungsländer werden nach den Worten des mexikanischen  Felipe Calderón weit mehr Geld für die Anpassung an den Klimawandel und für erneuerbare Energien brauchen, als die Industrieländer bisher an Hilfe langfristig planen.

Nötig wären «viele hundert Milliarden Dollar», sagte der Präsident in einer in Durban veröffentlichten Videobotschaft. Er appellierte an UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zu helfen, den Widerstand der USA und Saudi-Arabiens gegen den Grünen Klimafonds zu brechen.

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